Haselmaus am Schaalsee gesichtet : Und sie lebt doch...

Die Haselmaus gehört wie Siebenschläfer und Gartenschläfer zur Familie der Nagetiere.  Mathias Hippke vom Biosphärenreservat hält sie hier in seiner Hand. Foto:Privat
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Die Haselmaus gehört wie Siebenschläfer und Gartenschläfer zur Familie der Nagetiere. Mathias Hippke vom Biosphärenreservat hält sie hier in seiner Hand. Foto:Privat

Im Biosphärenreservat Zarrentin wurde die als verschollen geglaubte Haselmaus wieder entdeckt. In MV galt das daumengroße Nagetier lange Zeit als ausgestorben. Mit der kleinen Population am Schaalsee kehrt sie zurück.

svz.de von
31. Januar 2013, 08:39 Uhr

Zarrentin | Sie haben sie gesucht und gefunden: Ranger vom Biosphärenreservat entdeckten am Schaalsee die längst als verschollen geglaubte Haselmaus wieder. "Die Art war an diesem Ort historisch bereits nachgewiesen", sagt Klaus Jarmatz, Leiter des Biosphärenreservats. "Deswegen haben wir auch ganz gezielt nach ihr hier gesucht." Letztes Jahr dann die kleine Sensation: Drei der sechzig ausgehängten Nistkästen in einem Waldgebiet im Reservat waren von Haselmäusen belegt. Damit ist das Biosphärenreservat Schaalsee neben der Insel Rügen der einzige Ort in Mecklenburg-Vorpommern, an dem die kleine daumengroße Haselmaus lebt. In MV galt das Nagetier lange Zeit als ausgestorben, bis das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie ein landesweites Hausmonitoring startete.

Für Amtsleiter Klaus Jarmatz ist die Wiederentdeckung des seltenen Nagers ein "Indikator für das intakte Landschaftsgefüge". Verschiedene Monitoringverfahren im Biosphärenreservat hätten gezeigt, wie erfolgreich sich die Artenvielfalt am Schaalsee entwickele. Die Population der Kraniche, Biber, Otter und Libellen sei stabil. So würden von den sechzig in Deutschland bekannten Libellenarten allein 54 im Reservat am Schaalsee leben. Der Fischotter sei inzwischen flächendeckend nachgewiesen, und auch Schwarzstörche und Seeadler hätten hier ihre festen Lebensräume.

Wie klein die Haselmauspopulation am Schaalsee noch ist, das zeigen die wenigen Funde. "Das Tier ist von Natur aus schon sehr selten", sagt Mathias Hippke, im Biosphärenreservat zuständig für Forschung, Monitoring und Artenschutz. Er hatte das große Glück, bei der Kontrolle der Kästen eine Haselmaus zu sehen und sogar in den Händen zu halten. Das Tier hat große schwarze Augen, orangefarbenes Fell und erinnert mit seinem langen buschigen Schwanz eher an ein Eichhörnchen. Zu Gesicht bekommen Menschen den Nager so gut wie nie, sagt Hippke. Haselmäuse sind nacht- und dämmerungsaktiv, tagsüber schlafen sie.

In diesem Jahr soll das Haselmaus-Monitoring ausgeweitet werden. Dazu fertigen die Mitarbeiter der Hagenower Werkstätten 120 Nistkästen an, die im Frühling in einem zweiten Waldgebiet hinter Kneese aufgehängt werden sollen. Das Monitoring mit den Nistkästen solle zum einen die Dichte der selten Art steigern, zum anderen aber auch die Verbreitung nachweisen. "Wir gehen davon aus, dass die Haselmaus auf eher sandigem Gebiet Richtung Ludwigslust wieder komplett verschwindet, so Hippke. Haselmäuse leben in Laub- und Mischwäldern mit Hecken und Unterholz. Damit ihr Lebensraum auf lange Zeit erhalten bleibt, hat die Biosphärenreservatsverwaltung im nördlichen Teil des Schaalsees Haselnuss- Brombeer- und Wildrosenhecken neu angepflanzt.

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