Wittenburg : Und plötzlich Lebensretter

In Wirklichkeit waren es zwei Heldentaten, die André Plock dieses Jahr beging. Der 42-Jährige rettete als Privatperson vier Menschen das Leben, holte sie aus brennenden Wohnungen.   Fotos: Thorsten Meier
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In Wirklichkeit waren es zwei Heldentaten, die André Plock dieses Jahr beging. Der 42-Jährige rettete als Privatperson vier Menschen das Leben, holte sie aus brennenden Wohnungen.

André Plock aus Wittenburg hat vier Menschen vor dem Feuertod bewahrt / Stadt Wittenburg ehrt ihn

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01. November 2014, 08:11 Uhr

Eigentlich ist es nicht die Art von André Plock, sich in den Vordergrund zu drängen. Deshalb ist er auch überrascht, als die Zeitung dieser Tage bei ihm anklingelt. Sei doch alles nicht der Rede wert, winkt der 42-Jährige eher bescheiden ab. Nicht der Rede wert? Aber Hallo, schließlich hat der gebürtige Wittenburger in diesem Jahr vier Menschen das Leben gerettet. Und nur durch Zufall kam diese Heldentat an die Öffentlichkeit. Doch der Reihe nach:

Bereits im Januar bemerkte André Plock, dass es am Friedensring brannte. Offensichtlich hatte ein Mann im Bett geraucht, war eingeschlafen und vom Feuer wieder erwacht. „Er hat um Hilfe geschrien, also habe ich die Tür eingetreten. Da lag er hilflos auf seinem Bett, und eine Decke brannte bereits. Ich habe ihn also rausgezerrt auf den Hausflur.“ Dann habe er noch mitbekommen, dass dessen beide über 80 Jahre alten Eltern sich ebenfalls noch in der Wohnung aufhielten. Also habe er auch diese ins Freie gebracht. „Sie hatten ihre Hörgeräte aus und konnten deshalb die Rauchmelder nicht hören. Von dem Qualm in der Wohnung hatten sie noch gar nichts mitbekommen“, erinnert sich André Plock, der auch seit 25 Jahren bei der örtlichen Feuerwehr Mitglied ist.

Ein kleiner Zeitsprung: Im August vernahm der Wittenburger am Friedensring eine Sirene.

In dem Neubaugebiet wohnt André Plock ebenfalls. „Ein Kumpel rief mich an und ich bin zu der Wohnung hin, aus der es schon mächtig qualmte. Ich klingelte wie wild, aber keiner machte auf. Dann hörte ich jemanden stöhnen. Also brach ich die Tür auf. Der Hausflur war schon völlig verqualmt. Ich bekam kaum noch Luft. Ich bin rein in die Wohnung, da lag ein Mann auf der Couch in der Stube und war nicht mehr ansprechbar. Ich packte ihn und habe ihn in den Treppenaufgang rausgezogen.“

Ohne das beherzte Eingreifen von André Plock, der als Maurer arbeitet, hätte es wahrscheinlich schlimm ausgehen können, für die Mieter. Ob er denn keine Angst gehabt habe, bei seinen Rettungsaktionen, wollen wir als Redaktion wissen? „Als Feuerwehrmann kennt man die Gefahr und weiß, wie man sich richtig verhalten muss“, erklärt der junge Mann, dessen Mut der Stadtverwaltung nicht verborgen blieb.

„Niemand kann sagen, was tatsächlich passiert wäre, hätte André Plock nicht so besonnen bis zum Eintreffen seiner Kameraden gehandelt“, lobt auch Wittenburgs Stadtobere das beherzte Eingreifen des Feuerwehrmann, der in beiden Fällen aber als Privatperson gehandelt habe, wie sie eigens betont. Wichtig sei, dass er gehandelt habe und dafür bedanke sie sich als Bürgermeisterin ganz herzlich bei ihm. Mit einem großen, leckeren Präsentkorb und einem bunten Strauß Blumen.

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