Waschow : Und die Brücke kommt doch...

Reste der alten Brücke über die Schilde sind noch vorhanden. Vor vier Jahren wurde sie abgerissen.
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Reste der alten Brücke über die Schilde sind noch vorhanden. Vor vier Jahren wurde sie abgerissen.

Bürgermeister verspricht Waschowern eine neue Brücke Gemeindevertretung hat dieser zuvor mit Bauchschmerzen zugestimmt

svz.de von
08. Juni 2018, 21:00 Uhr

Er hat es dann mal vom Tisch geräumt, eines der Dauerstreitthemen in der Gemeinde Wittendörp. Und nun kann Bürgermeister Bernd Ankele versprechen: „Die Brücke über die Schilde im Waschower Triftweg kommt.“ Dabei war das Projekt eigentlich schon so gut wie gestorben. Der Ausschuss für Wirtschaft, Bau und ländlicher Raum der Gemeinde Wittendörp hatte sich auf seiner Sitzung Anfang Mai dafür ausgesprochen, dass die Ausschreibung für das Bauvorhaben „Neubau der Brücke über die Schilde im Ortsteil Waschow“ aufgehoben wird.

Hintergrund waren die hohen Kosten. „Das günstigste Angebot, dass wir bekommen haben, liegt bei 250 000 Euro, nur für den Bau der Brücke“, erklärte Sylke Gerstner vom Amt Wittenburg. „Das sind 54 Prozent mehr als geschätzt.“ Die Gemeinde könne sich das Bauvorhaben mit Gesamtkosten von rund 325 000 Euro nicht leisten, trotz zugewiesener Fördermittel.

„Zu diesen Bedingungen ist es einfach nicht machbar“, sagte Jürgen Nadzeika, Mitglied im Bauausschuss, und er war sich, was selten vorkommt, mit seinen Kollegen einig. Sie sprachen der Gemeindevertretung also die Empfehlung aus, die Ausschreibung aufzuheben, den Bau der Brücke nicht durchzuführen und Fördermittel erneut zurück zu geben, dieses Mal in Höhe von rund 125 000 Euro.

Eine nachvollziehbare Entscheidung, selbst für viele Waschower, deren Dorf nun auf unbestimmte Zeit durch die Schilde geteilt schien. Und so drehten sich die Diskussionen der Ortsteilvertretung kaum noch darum, dass die Brücke nicht kommt, sondern darum, warum sie so teuer sein soll. Besonders breit oder lang wäre sie nicht, und nur für Fußgänger und Fahrradfahrer ausgelegt.

Und vielleicht hat auch keiner mit der Entschlossenheit des Bürgermeisters gerechnet. „Für mich ist wichtig, die Brücke zu haben. Das wurde auch in der jüngsten Gemeindevertretersitzung beschlossen. Wir wollen den Neubau umsetzen, zum Wohle der Bürger“, sagt Bernd Ankele. Er habe der Gemeindevertretung deutlich gemacht, dass Wittendörp nicht schon wieder einen Fördermittelbescheid zurückgeben kann. Auch die Finanzierung sei geregelt. „Wir haben es noch einmal durchgerechnet, es waren noch Spielräume da“, so Ankele.

Jetzt hänge der Baustart davon ab, wann die Firma Zeit hätte. Vielleicht sei sie ja sogar überrascht davon, den Auftrag tatsächlich zu bekommen. Bei solchen Angeboten frage er sich nämlich, ob sie ernst gemeint sind. „Bei den hohen und glatten Summen, die einige Unternehmen für Bauprojekte veranschlagen, glaube ich nicht, dass die Angebote wirklich gründlich bearbeitet wurden.“

Egal wie, die Waschower scheinen ihr Glück offenbar kaum zu fassen. „Versprechen sie nichts, was Sie nicht halten können“, meint Ortsteilvertreterin Monika Kurde an den Bürgermeister gerichtet. Und sie mahnt gleich an: „Ich möchte später nicht hören: Ihr habt die Brücke bekommen und müsst nun auf etwas anderes verzichten.“

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