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Boizenburg/Zarrentin : Umleitung wird zum Abenteuer

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Die Sanierung der maroden B195 zwischen Boizenburg und Zarrentin wird noch für Wochen Autofahrern und Anwohnern Nerven kosten.

von
erstellt am 29.Jul.2015 | 07:50 Uhr

Die seit Montag vergangener Woche laufenden intensiven Instandsetzungsarbeiten der Bundesstraße 195 zwischen Gallin Hof und dem Ortseingang Schwartow sorgen seit Tagen bei Anwohnern und Kraftfahrern offenbar für einige Verwirrung und Verunsicherungen. Das liegt an den auch für Einheimische komplizierten Umleitungen, die teils über schlecht ausgebaute Straßen und Nebenwege führen.

Die SVZ-Redaktion hat die Umleitungen im Selbstversuch getestet. Zwischen Lüttenmark und Gallin und zurück hatten auch wir so unsere Schwierigkeiten. Die Beschilderung ist teilweise wirklich sehr sparsam ausgefallen. So empfiehlt es sich, das Navigationssystem definitv auszuschalten oder zumindest nicht zu beachten. Sonst kann es sehr schnell passieren, dass man im Kreis fährt oder vor dem nächsten Durchfahrtsverbotsschild steht. Autofahrer sollten den Vorfahrtsstraßen so lange folgen, bis durch die wenigen Schilder etwas anderes anzeigt wird.


Definitiv mehr Zeit für die Strecke einplanen


So geht es aus Boizenburg kommend für ortskundige Pkw-Fahrer von Lüttenmark über Beckendorf, Granzin, Nieklitz, Gallin in Richtung Zarrentin. In entgegengesetzter Richtung führt der Streckenverlauf von Gallin aus über Granzin, Greven, Schiefer Stiefel, Lüttenmark, Gresse nach Boizenburg.

Für Auswärtige ist die Umgehung von Boizenburg nach Zarrentin etwas weiter. Sie müssen von Zahrensdorf über Klein Bengerstorf, Schildfeld, Kogel, Kölzin nach Zarrentin fahren. Für Lkw-Fahrer ist der Weg noch einmal deutlich weiter. Sie werden über Vellahn und Wittenburg nach Zarrentin geführt.

Laut Polizei haben unter anderem einige Einheimische wohl arge Schwierigkeiten mit der neuen Verkehrsregelung. Unter ihnen gibt es Autofahrer, die entgegengesetzt der Einbahnstraßen fahren oder die Absperrungen komplett ignorieren. So habe z. B. der Fahrer eines 40- Tonners die Einbahnstraßenregelung in der vergangenen Woche einfach ignoriert und damit den schmalen Weg zwischen Granzin und Beckendorf blockiert, berichtete Fredo Kreft, der Boizenburger Revierleiter. Auch gebe es einige Autofahrer, die sich nicht an das Tempolimit von 60 Stundenkilometer hielten. Die Polizei werde nun des öfteren Geschwindigkeitskontrollen vornehmen, fügte Kreft hinzu.


Anwohner verärgert über lange Umwege


Einige Anwohner sind sauer. Dazu gehört beispielsweise Heidrun Schwenk. Sie hält die Einbahnstraßenregelung für eine Schildbürgeraktion. „Wir wohnen zwischen Greven und Lüttenmark. Bislang war die Straße Schiefer Stiefel immer beidseitig befahrbar. Nun hat man für die Straßenbauarbeiten eine Einbahnstraße von Greven nach Lüttenmark gemacht“, teilt sie der SVZ mit. Informiert habe man sie darüber allerdings nicht. Wenn sie nach Hause fahren möchte, müsse sie nun einige Kilometer Umweg in Kauf nehmen, schreibt sie verärgert. Auch sind nach ihrer Darstellung die Umleitungen viel zu spät und teilweise gar nicht richtig beschildert ausgewiesen.

Warum wird eigentlich an dieser Straße so intensiv gebaut?

Die Fahrbahn zwischen Gallin Hof und dem Ortseingang Schwartow wird instand gesetzt, weil der vorhandene Fahrbahnbelag durch Risse, Ausbrüche und Kantenabbrüche stark geschädigt ist, erklärt Karen Reinschmidt-Schilling, Sprecherin des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, auf SVZ-Anfrage die Bautätigkeit. Weil die Fahrbahn nur eine Breite von unter sechs Metern aufweist, muss die Baumaßnahme zum Schutz der Arbeiter unter Vollsperrung ausgeführt werden.


Behinderungen bis mindestens 19. August


Im Zuge der Arbeiten wird die alte Deckschicht der Fahrbahn abgefräst. Anschließend erfolgt den Angaben zufolge eine partielle Verbreiterung der Fahrbahn auf sechs Meter. Im letzten Schritt soll die Fahrbahn mit Asphaltbinder und -decke versehen werden. Die Asphaltdecken in den Ortslagen seien hingegen nicht Gegenstand der Baumaßnahme, hieß es aus Schwerin. Die Gesamtkosten der Bauvorhabens betragen rund 1,25 Mio. Euro.

Die Bauarbeiten sind nach Angaben der Sprecherin in drei Abschnitte gegliedert:
Bauabschnitt 1: Bereich zwischen Gallin und Greven auf einer Länge von ca. 1865 Meter. Bauabschnitt 2: Ortsausgang Greven in Richtung Lüttenmark auf einer Länge von ca. 2050 Meter und Bauabschnitt 3: Bereich zwischen Gresse und Schwartow auf einer Länge von ca. 2930 Meter. Laut dem Schweriner Straßenbauamt soll die Bundesstraße 195 bis voraussichtlich 19. August gesperrt bleiben. Für die entstehenden Behinderungen wird um Verständnis gebeten.



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