zur Navigation springen

Bandenitz : Umgehungspläne: Befürworter machen mobil

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Einige Bandenitzer wünschen sich mehr Ruhe. Gemeinde verweist auf Beschluss

von
erstellt am 12.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Die Pläne für eine Umgehungsstraße  in Bandenitz sorgen jetzt bei den Befürwortern für Gesprächsstoff. Obwohl laut Bürgermeister Dietrich Groth ein Beschluss der Gemeinde gegen das Projekt vorliegt, argumentieren einige Anwohner jetzt erneut für eine Umgehungsstraße an der B321. Sie freuen sich darüber, dass diese  wieder Teil des  Entwurfs des Bundesverkehrswegeplanes 2030 ist. Die Gemeinde hatte 2013 die Frist zum Einreichen ihrer negativen Stellungnahme versäumt, weshalb das  Projekt wieder im Wegeplan des Bundes auftauchte. Das will die Gemeinde nun nachholen (SVZ berichtete am 26. März).

Seit der Wende sei die Umgehung schon auf der Agenda, sagt Wolfgang Illmann, der gleich links am Ortsausgang Richtung Schwerin wohnt. Das Argument, die Verlegung der Straße würde die angesiedelte Wirtschaft im Ort schwächen, lässt er deshalb nicht gelten. „Sie wussten schon damals, dass eine Umgehungsstraße kommen könnte“, sagt Illmann. Zudem würden viele Geschäftsleute nicht im Ort oder in ruhigeren Lagen wohnen. Er und seine Frau hingegen bekämen täglich den Verkehr an der Bundesstraße zu spüren: Laster und Pendler, die zur Autobahn rollen, zum Teil schneller als die vorgeschriebenen 50, wie Illmann sagt.

Außerdem bemängelt er, dass die Abstimmung vor etwa drei Jahren „auf die Schnelle“ passiert sei. An die 30 Teilnehmer seien damals bei der „kurzfristig“ einberufenen Einwohnerversammlung dabei gewesen, zum großen Teil Gewerbetreibende.  Mindestens zehn Anwohner hätten sich  für eine Umgehungsstraße ausgesprochen.  Eine Liste liegt dem zuständigen Amt Hagenow Land nicht vor, die das bestätigen könnte. 

Auch Andrea Groth und ihre Familie stimmen 2013 für das Straßenprojekt. Auch sie wohnt  auf der linken Seite in Richtung Schwerin. Die Umgehungsstraße würde rechts entlang führen. „Wir haben eine kleine Tochter und Angst um unser Kind“, begründet sie ihre Entscheidung. Der Verkehr werde immer mehr, einen schweren Unfall hätte es bereits vor Jahren gegeben. Dazu kämen Lärm und Vibrationen im Haus.

„So doll stört das nicht“, sagt dagegen Adolf Grützmacher. Der einstige Bürgermeister  ist nicht generell gegen eine Umgehungsstraße. „Aber nicht so, wie sie jetzt geplant ist.“ Laut Skizze des Bundes würde eine Umgehungsstraße nahe der Häuser verlaufen. „Es gibt noch keinerlei konkrete Planung“, entgegnet Steffen Wehner vom Schweriner Verkehrsministerium. Die auf den Plänen eingezeichnete ortsnahe Trasse sei eine schlichte  Darstellung. Sollte die Ortsumgehung konkret geplant werden, werde man versuchen, der bisher vorliegenden Stellungnahme der Gemeinde zu folgen, und eine  ortsferne Variante zu gestalten.

Zum knapp neun Millionen Euro teuren Gesamtprojekt gehört auch die Umgehung Warsow. Dort befürwortet man die Pläne, beschreibt Bürgermeisterin Gisela Buller den Tenor einer Versammlung im letzten Jahr. Denn was jetzt durch das Dorf rollt, „ist ja der Wahnsinn“. Lediglich der Pächter der örtlichen Gaststätte habe das anders gesehen. Generell wäre die Umgehung eine Chance, die Ortsmitte samt Kirche zu beruhigen, sie anders zu gestalten und zu nutzen.

Die Industrie und Handelskammer zu Schwerin  plädiert unter anderem für Ortsumgehungen  in Bandenitz, Warsow und auch Hagenow, um die Verbindung der Landeshauptstadt Schwerin und des Gewerbegebietes in Süd mit dem Mittelzentrum Hagenow und der A 24 zu verbessern. Deshalb ihre positive Stellungnahme zum Projekt. Gleichzeitig erhofft sich die IHK eine Beschleunigung des Verkehrs.

Bandenitz’ Bürgermeister Dietrich Groth möchte am liebsten nichts mehr dazu sagen. Nur so viel: Das Thema sei mehrmals in der Gemeindevertretung behandelt worden. „Es gibt eine Beschlussvorlage und die ist nicht aufgehoben.“

Laut Ministerium geschieht nichts gegen den Willen der Gemeinde. Bis zum 2. Mai können Kommunen, Bürger und Institutionen noch Stellung  zu Projekten des Bundesverkehrswegeplanes 2030 beziehen.   Anwohner Wolfgang Illmann will diese Chance nutzen und dafür weitere Befürworter des Projektes an einen Tisch holen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen