Karft : Übung: Der Ernstfall am Werktag

Simulierter Löschangriff auf einen der Ställe der Karfter Ferkelaufzucht, die Wehren hatten gegen 16 Uhr einige Mühe, genügend Leute zusammen zu bekommen.
Foto:
1 von 3
Simulierter Löschangriff auf einen der Ställe der Karfter Ferkelaufzucht, die Wehren hatten gegen 16 Uhr einige Mühe, genügend Leute zusammen zu bekommen.

Karfter Einsatzszenario bringt es an den Tag: Wehren haben immer mehr Mühe, die Einsatzbereitschaft vor allem am Tag zu gewährleisten

von
22. Juli 2015, 20:14 Uhr

Eine realistische Übung sollte es sein, mit Großalarmierung zur Feierabendzeit an einem Werktag. So hatte es sich der Karfter Wehrführer Rainer Greßmann ausgedacht, und so passierte es auch am vergangenen Dienstag. Das Ergebnis kann niemandem im Landkreis gefallen und überraschend ist es auch nicht: Viele Wehren sind zu normalen Zeiten an Werktagen schlicht nicht oder nur sehr eingeschränkt einsatzbereit. Um bei Großlagen überhaupt etwas ausrichten zu können, müssen fast bei jedem Alarm immer mehr Feuerwehren gerufen werden. Doch auch dieses Modell funktioniert nicht endlos.

Um 16.10 Uhr wurde am Dienstag auf den Knopf gedrückt. Angenommene Lage: Brand im Stall 9 der Ferkelaufzucht in Karft, Entstehungsbrand im Nachbarstall, ein Mitarbeiter verletzt, zwei weitere weigern sich, das Gebäude zu verlassen. Zunächst waren die Wehren Karft und Wittenburg dran. Das ging alles recht schnell, doch Wittenburg traf nur mit elf Mann ein. Die Tessiner Wehr konnte nicht kommen, ihr Fahrzeug war kaputt. Und so musste schnell nach alarmiert werden, doch das alles dauerte, weil auch viele andere Wehren enorme Mühen hatten ihre Leute zusammen zubekommen. Nach und nach trudelten dann einige Leute ein, am Ende wurde auch noch die Dodower Wehr alarmiert, die in guter Stärke eintraf. Zusammen mit der Polizei und dem Rettungsdienst waren am Ende gut 60 Einsatzkräfte vor Ort, doch das alles dauerte seine Zeit.

Natürlich wurde nicht mit dem allerletzten Einsatz gekämpft und ganz sicher ging es bei der Übung auch darum, das Zusammenwirken zu trainieren und die Kenntnisse vor Ort zu verbessern. Schließlich hat es in dem Karfter Betrieb, der hervorragend bei der Übung mitspielte, auch schon real gebrannt. In dem Komplex am Rande von Karft arbeiten 12 Mitarbeiter und betreuen gut 2000 Sauen sowie tausende Ferkel.

Doch am Ende hat es sehr lange gedauert, bis die erforderliche Kräftezahl vor Ort war. Dabei war man bei der Wittenburger Wehr noch ganz zufrieden mit der Zahl der Kameraden. Sowohl Karfts Wehrleiter Greßmann als auch Amtswehrführer Olaf Barkholdt lobten den Einsatz der Kameraden. Beide äußerten aber auch Bedenken, ob der tatsächlichen Einsatzbereitschaft. Greßmann: „Ich wollte ein realistisches Bild, das habe ich bekommen. Fakt ist, dass wir mit den bestehenden Strukturen wohl nicht mehr weiterkommen. Ein Weg wäre mit den Betrieben der Umgebung direkten Kontakt aufzunehmen. Denn in der Belegschaft gibt es viele Kameraden anderer Wehren. Wenn wir die mit alarmieren könnten, wäre schon viel geholfen.“

In Wittenburg wird das schon versucht, wie Wehrleiter Stefan Schwarz vor wenigen Tagen in einem Gespräche berichtete. Vor allem durch die Bürgermeisterin werde schon mit einigen Formen über exakt dieses Kameraden gesprochen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen