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Hagenower Kreisblatt

24. November 2017 | 05:08 Uhr

Hagenow : Überfall oder ein dummer Streich?

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Riesenaufregung in Hagenow nach Übergriff auf ein neunjähriges Mädchen zur Mittagszeit. Polizei ermittelt mit Hochdruck

von
erstellt am 06.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Der mögliche Übergriff auf ein neunjähriges Mädchen am Mittwoch Mittag in der Parkstraße hat seit gestern Abend die ganze Stadt und die Region beschäftigt. Erst wurde der Fall stundenlang nicht bekannt, dann tauchte am späten Mittwoch Abend plötzlich auf Facebook ein Beitrag mit der Überschrift „Versuchte Kindesentführung in Hagenow“ auf. Diese Vermutung hat sich gestern nach den polizeilichen Ermittlungen überhaupt nicht bestätigt. Dennoch wurde der Beitrag bis zum Morgen mehr 1000 mal geteilt und es gab entsprechende Kommentare. Zumal in dem Aufruf von zwei ausländischen Männern die Rede war. Es hagelte noch nachts besorgte Anrufe bei der Polizei in Hagenow. Die gab daraufhin noch in der Nacht über das Rostocker Präsidium eine erste Mitteilung heraus. In der war dann von allenfalls versuchter Nötigung die Rede.

Was war passiert? Das Mädchen aus der Europaschule war am Mittwoch gegen 11.30 am Kreisel in Richtung Parkstraße unterwegs. Die Polizei schrieb: „Zwei unbekannte Männer sollen das Mädchen plötzlich am Arm festgehalten und ihr die Augen zugehalten haben. Nach Angaben der Neunjährigen haben die beiden Männer, deren Sprache sie nicht verstand, sie weder wegzerren wollen, noch etwas von ihr verlangt. Im weiteren Verlauf habe sich die Neunjährige gewehrt und um Hilfe geschrien. Eine Freundin sowie ein Passant seien auf den Vorfall aufmerksam geworden, worauf der Passant - ein Mann - den beiden Verdächtigen mit der Polizei drohte.“

Das teilte gestern Nachmittag die Polizei nach umfangreichen Ermittlungen mit. Die beiden Männer, die augenscheinlich 17 bis 20 Jahre alt gewesen sein sollen, seien nach der Drohung geflüchtet. Vorwürfe, die Polizei hätte viel zu spät und nicht entschlossen genug gehandelt, wies Polizeisprecher Klaus Wiechmann gestern energisch zurück. „Wir haben erst nach Stunden, konkret gegen 15 Uhr, von dem Fall erfahren und dann sofort gehandelt. Wo bitte sollen wir zu spät gekommen sein?“

Der Vorfall wurde gegen 15 Uhr der Polizei in Hagenow mitgeteilt, die nach der Anzeigenerstattung unverzüglich die Ermittlungen aufnahm. Die Befragung von Anwohnern im betreffenden Bereich verlief am Mittwochnachmittag ergebnislos. Auch weitergehende Ermittlungen am Donnerstag, bei denen erneut Anwohner als auch die Freundin der Neunjährigen befragt wurden, erbrachten keine neuen Anhaltspunkte.

Auch unsere Redaktion erreichten einige Hinweise, u. a. auch von der Mutter des betroffenen Mädchens. Nach ihren Aussagen hatte die Neunjährige den Schreck gestern ganz gut überstanden. Dennoch sei das Unsicherheitsgefühl groß, sie habe ihre Tochter persönlich zur Schule gebracht und werde sie auch abholen.

Die Polizei bittet den Zeugen des Vorfalls dringend Kontakt mit der Kriminalpolizei in Hagenow aufzunehmen. Die Polizei hofft in diesem Zusammenhang auf weitere Zeugenhinweise, zumal es sich um einen recht gut von Fußgängern und Autos frequentierten Bereich handelt und der Vorfall gegen Mittag demnach mit hoher Wahrscheinlichkeit beobachtet worden sein könnte.

Die beiden Verdächtigen sollen 165 bis 170 Zentimeter groß und dunkel gekleidet gewesen sein. Beide trugen den Aussagen zufolge Sonnenbrillen. Hinweise zu diesem Vorfall nimmt die Polizei in Hagenow (Telefonnummer 03883/ 6310) entgegen.
Im Zusammenhang mit den Ermittlungen in diesem Fall weist die Polizei ausdrücklich Behauptungen in den Sozialen Medien zurück, wonach die beiden verdächtigen Männer einen Sack und ein Seil dabei gehabt hätten. Das sei nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen eine Falschaussage.

Richtig sei, dass den Aussagen zufolge, einer der beiden Männer lediglich einen Stoffbeutel mit sich führte, der jedoch beim Hergang des Geschehens keine Rolle spielte. Die Polizei appelliert aus diesem Grund, sich nicht an der Verbreitung von Gerüchten zu beteiligen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die entsprechenden Vernehmungen und Ermittlungen laufen weiter.

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