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Solarpark Bandenitz / Hagenow : Über Umwege zum Sonnenstrom

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Die letzten Kabel für den Anschluss des Solarparks an der A 24 bei Bandenitz an den Hauptverteiler in Hagenow sind am Dienstag in die Erde gebracht worden. Doch sieben Kilometer Kabeltrasse waren steiniger als gedacht.

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erstellt am 22.Feb.2012 | 09:34 Uhr

Hagenow/Bandenitz | Jetzt muss nur noch die Sonne scheinen. Die letzten Kabel für den Anschluss des Solarparks an der A 24 bei Bandenitz an den Hauptverteiler des Stromanbieters Wemag am Radarberg Hagenow sind gestern in die Erde gebracht worden. Damit soll in drei Wochen etwa der Schalter im Solarpark endgültig umgelegt werden und Sonnenenergie ins Netz der Stadtwerke Hagenow gespeist werden.

Nach langem Hin und Her. Denn eigentlich war das schon für den Oktober 2011 geplant. Doch aufgrund von Vorgaben des Straßenbauamtes Schwerin und in Abstimmungen mit den Pächtern aus Forst und Landwirtschaft habe die beauftragte Baufirma umplanen müssen, sagt Frank-Michael Glanz, Bauleiter von Sybac Solar Berlin GmbH. Denn auf der sieben Kilometer langen Strecke vom Park bis zum Verteiler konnten die Kabel zu 70 Prozent nicht wie geplant 1,20 Meter tief eingepflügt werden. Stattdessen mussten erst Dükerrohre zwei Meter tief in die Erde gebohrt und die Kabel anschließend durchgeschossen werden. Zudem mussten die Bauarbeiter zwischendurch die Straßenseite an der B 321 wechseln, weil einige Waldeigentümer mit den Eingriffen nicht einverstanden waren. Hinzu sei der Frost gekommen, der die Arbeiten bis gestern verhinderte.

"Das ist alles zeitlicher und materieller Mehraufwand für uns", sagt Frank-Michael Glanz. "Mehrere 100 000 Euro zusätzlich. Und jede Woche, die wir später ans Netz gehen, kosten uns bis zu 50 000 Euro."

Verfahren schont die Baumwurzeln

Warum dieses spezielle Verfahren nötig war, erklärt Matthias Fiedelmann, Revierförster im Forstamt Radelübbe, mit Naturschutz-Argumenten. "Das Unterbaggern hätte die Wurzeln der Bäume massiv geschädigt." Durch diese schonendere Bau-Methode sei der Eingriff in die Natur recht gering gehalten worden. Direkt neben der Straße durften die Kabel nicht in die Erde. Ein gewisser Abstand müsse eingehalten werden, um jederzeit Radwege herrichten und die Fahrbahn instand halten zu können, heißt es dazu aus dem Straßenbauamt in Schwerin.

Unkalkulierte Einschnitte, die von Sybac Solar so nicht eingeplant gewesen seien, sagt Frank-Michael Glanz, der ebenso Unstimmigkeiten mit dem beauftragten Planungsbüro einräumt. Aber ein Ende ist in Sicht. Nachdem in der kommenden Woche nun die Übergabestation am Hauptverteiler der Wemag ausgetauscht worden ist - eine weitere ungeplante Vorgabe - und die Hagenower Stadtwerke alles abgenommen haben, kann der Solarpark schließlich angeschlossen werden, sodass künftig zu Spitzenzeiten bis zu 6,0 Megawatt eingespeist werden.

Bei der Gemeinde Bandenitz habe das Vorhaben damals "nicht gerade Jubelschreie" ausgelöst, sagt Bürgermeister Jürgen Sänger auf Nachfrage. Sie verpachtet die zwölf Hektar große Ackerfläche, die zuvor etwa 17 Jahre als ausgewiesenes Gewerbegebiet brach lag, an Sybac Solar. Nachdem der alte B-Plan von 1994 für die Nutzung eines Solarparks umgeschrieben worden war, könne die Gemeinde zwar mit höheren Einnahmen rechnen als bei der rein landwirtschaftlichen Verpachtung. Aber so ein Solar-Projekt habe auch andere Seiten. Näher wollte das Gemeindeoberhaupt nicht darauf eingehen.

Nach Brenz bei Neustadt-Glewe ist der Solarpark an der A 24 das zweite Bauvorhaben der Berliner Firma im ehemaligen Landkreis Ludwigslust. 33 000 Module sind auf dem Acker bei Bandenitz montiert. Die Sonnenenergie wird in Wechselspannung umgewandelt, in Wechselrichterstationen auf 20 000 Volt umgehoben und ins Netz der Stadtwerke Hagenow eingespeist.

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