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Hagenower Kreisblatt

12. Dezember 2017 | 11:31 Uhr

Boizenburg : Über Enkeltrick Bescheid wissen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Sozialverband Deutschland lud zur Informationsveranstaltung ein / Senioren über die neusten Betrugsmaschen aufgeklärt

von
erstellt am 24.Jul.2015 | 11:50 Uhr

Der Enkeltrick ist eine Betrugsform, die sich gezielt gegen ältere Menschen richtet. Dabei geben sich Betrüger am Telefon als Verwandte oder Bekannte des Angerufenen aus, zum Beispiel als Enkel, Neffe oder Nichte.

Mit den Worten „Rate mal, wer dran ist“ oder ähnlichen Formulierungen werden die Gespräche erfahrungsgemäß eröffnet. Sehr schnell täuschen die Anrufer im weiteren Gesprächsverlauf eine dringende, persönliche Notlage und einen finanziellen Engpass vor. Das kann eine angeblich günstige Kaufgelegenheit von einem Auto, einer Immobilie oder sonstigen wichtigen Konsumgütern sein.

Zu diesem Thema lud vor einigen Tagen der Sozialverband Deutschland in Boizenburg seine Mitglieder zu einer Informationsveranstaltung ein, wie die Kreisvorsitzende des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) Astrid Pötzsch berichtete. Polizeihauptmeisterin Yvonne Marten aus dem Boizenburger Polizeirevier informierte die Senioren, wie man sich bei derartigen Anrufen richtig verhält und wie man sich generell vor Betrügereien schützen kann. Zudem mahnte sie, auch bei Geldgeschäften an Automaten besonders wachsam zu sein. Denn durch Wärmebildkameras, die an Smartphones angesteckt werden, könne es theoretisch jedem möglich sein, Wärmerückstände bei der Eingabe von Geheimnummern zu erkennen. Das sei eine neue Masche der Betrüger, sagte der Ortsvorsitzende des SoVD in Boizenburg, Harry Mlynek.

Marten zufolge sind die Betrüger sehr erfinderisch. Wenn eine Betrugsmethode enttarnt sei, hätten sie bereits einen neuen Trick auf Lager und wendeten diesen sofort an.

Erfinderisch waren jüngst auch Betrüger in der Boizenburger Region, wie der Polizei Revierleiter Fredo Kreft informierte. Eine 76-jährige Frau erhielt einen Brief den sie am 16. Juli bei der Post abholte. Da dieser per Nachnahme an sie adressiert war, bezahlte die Seniorin 480 Euro, um ihre Post zu erhalten. Dass ihr der Absender unbekannt war, machte die Dame nicht misstrauisch. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Brief eine fingierte Rechnung über zehn Tischdecken enthielt. Leider brachte Kreft zufolge die Seniorin den Sachverhalt erst am 21. Juli zur Anzeige. Dadurch konnte die Polizei das Geld nicht sofort zurückholen. Die Ermittlungen in dem Fall laufen.

Wenn der Absender nur eine Briefkastenfirma ist oder das Geld auf ausländische Konten fließt, ist das für die Beamten schwer nachzuverfolgen und das Geld weg, wie Kreft berichtete.

Die Bürger sind nach seinen Worten bedeutend aufmerksamer geworden und über die Medien auch gut informiert. Trotzdem wird es in Zukunft immer wieder Gaunereien mit immer neuen Ideen geben, um die Menschen um ihr Geld zu betrügen, wie Fredo Kreft sagte. Was die Vergangenheit leider immer wieder gezeigt habe.

So hatte auch ein Mitglied des SoVD im Vorjahr in Boizenburg Bekanntschaft mit Betrügern machen müssen, erzählte eine ältere Frau auf der Informationsveranstaltung. Die Dame war von zwei unbekannten Tätern angesprochen und gefragt worden, ob sie Geld wechseln könne, berichtete Vereinsvorsitzende Astrid Pötzsch. Die bereitwillige Frau ließ sich von einem der Täter in ein Gespräch verwickeln. So konnte der andere unbemerkt das Geld aus der Börse stehlen.

Informationsveranstaltungen wie die in Boizenburg sollen helfen, dass so etwas nicht wieder passiert. Die 20 Teilnehmer des Forums waren laut Pötzsch sehr begeistert und fühlten sich gut informiert.

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