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Literatur aus Goldenbow-Ludwigslust : Über die Widersinnigkeiten des Glücks

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Künstlerin Bianca Burow hat ihren ersten Roman geschrieben: Er handelt von einer Schlossruine, zwei Stadtmenschen, einem Mops und drei Laufenten

von
erstellt am 09.Nov.2017 | 12:00 Uhr

Sie hat es getan: Bianca Burow hat einen Roman geschrieben. Das Erstlingswerk der Illustratorin, Künstlerin und freien Journalistin handelt von einer Schlossruine, zwei Stadtmenschen, einem Mops und drei Laufenten.

„Es ist eine rein erfundene Geschichte, Ähnlichkeiten sind nicht beabsichtigt, sondern eher Zufall“, betont die 45-Jährige gegenüber der SVZ. Auf 228 Seiten erzählt die gebürtige Berlinerin, die zusammen mit ihrem Mann Björn und Tochter Zoe in Goldenbow ein altes Herrenhaus um- und ausbaut sowie in Ludwigslust am Bassin ein weiteres historisches Gebäude, vom Wunsch nach Veränderung, die mit dem Kauf einer Ruine auf einem heruntergekommenen Anwesen schnell außer Kontrolle gerät.

„Die Idee zu dem Buch kam mir vor etwa zwei Jahren. Vor einem Jahr habe ich angefangen und den Roman in nur vier Monten heruntergeschrieben. Er floss praktisch aus der Feder und musste raus“, schmunzelt die Grafikdesignerin. In vielen Nachtschichten habe sie sich die Geschichte von Sophie und Max ausgedacht, die sich aus einer Laune heraus das jahrhundertealte Haus kaufen. „Herausgekommen ist ein Buch mit skurrilen Ereignissen, seltsamen Begegnungen und echten Überraschungen“, betont die junge Frau. Viele Nachtschichten habe sie gemacht, um ihre Einfälle zu Papier zu bringen, gesteht sie gegenüber der Redaktion. „Ich mag beim Schreiben die Stille und brauche eine ganz bestimmte Ruhe, damit meine fiktiven Figuren ihr Eigenleben entwickeln können“, sagt Bianca Burow. Sie liebe besonders den Tagesanfang, die Frische, die dieser neuen Chance innewohne. Die alles möglich mache. Das sei wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. „Ich bin eine gute Beobachterin des Alltags, höre auch gern zu und mag Menschen und ihre verschiedensten Lebensmodelle. Die Einfachheit der Dinge fasziniert mich besonders.“

In ihrem Ludwigsluster Atelier in Schlossnähe verrät sie außerdem, dass sie im Oktober dieses Jahres auf der Frankfurter Buchmesse und auch Wochen danach ein positives Feedback zu ihrem ersten Roman erhalten habe. Von Profilesern und Buchhändlern gleichermaßen. „Die Erstpräsentation war sehr erfolgreich. Die Idee für einen zweiten Band mit all seinen Abenteuern habe ich auch schon im Kopf“, verrät Bianca Burow. Und dass sie beim Schreiben tief in ihre Geschichten eintauche. Dass sie die Illustrationen zu ihrem Werk, das noch Mitte November in den Buchhandel kommen soll und dann auch als e-book zur Verfügung steht, selber gezeichnet hat, versteht sich von selbst.

„Das wollte ich einfach nicht aus der Hand geben, weil mir die Zeichnungen mindestens genauso lieb sind, wie all das Geschriebene“, gesteht Bianca Burow. Und lockt für das Pressefoto ihre drei Mopshunde Rufus, Polly und Alwine zu sich. „Die haben ihren eigenen Kopf und können einen mitunter in die Verzweiflung treiben. Ihr Charakter ist wohl einmalig in der Tierwelt“, betont die Künstlerin und meint die Widersprüche, die man sich mit einem solch besonderen Vierbeiner ins Haus hole. „Sie sind lebenslustig und kindlich. Manchmal haben sie auch etwas clownhaftes an sich. Sie wollen uns jeden Tag aufs Neue beeindrucken. Und ständig beweisen, dass sie die Liebsten, Schlauesten und Besten sind.“ Aber auch Dickköpfigkeit und Sturheit mache ihr Wesen aus. „Sie spielen gerne blind und taub“, sagt Bianca Burow lächelnd. Sie habe sich damals gleich in ihre Moppel verliebt und könne sich ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen.

Wer also nun herausfinden möchte, was es unter anderem mit einem Outdoor-Puff, einem tanzenden Taucher sowie einem Steindieb und der Kaufsucht von Pflanzen auf sich hat, dem sei das Büchlein, das es nun auch in die Regale der Ludwigsluster Buchhandlung Gabriela Paul geschafft hat, dringend empfohlen. Wer eventuell an Antworten über die Widersinnigkeiten des ewigen Glücks interessiert ist, kann sie sich persönlich bei Bianca Burow abholen. Am Sonnabend, dem 18. November, soll es um 17 Uhr in der Kleinen Galerie in der Rosetti-Stube in Lulu dazu sogar eine Lesung mit Punsch geben. Also schon mal im Kalender vormerken!

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