FSC-Zertifizierung im Forstamt Radelübbe : TÜV-Kontrolle für den Biowald

<strong>Gruppenbild</strong> bei der Rast im Wald, das Forstamt Radelübbe gehört zu den Vorreitern bei der Zertifizierung. <fotos>Fotos: privat</fotos>
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Gruppenbild bei der Rast im Wald, das Forstamt Radelübbe gehört zu den Vorreitern bei der Zertifizierung. Fotos: privat

Die Bürgermeister von Hagenow und Wittenburg können mit einer guten Nachricht rechnen: Aus ihren Stadtwäldern kommt auch weiterhin speziell zertifiziertes Holz, was gute Absatzchancen auf dem Holzmark garantiert.

svz.de von
05. Juli 2012, 11:25 Uhr

Radelübbe | Die Bürgermeister von Hagenow und Wittenburg können in diesen Tagen mit einer guten Nachricht rechnen: Aus ihren Stadtwäldern kommt auch weiterhin speziell zertifiziertes Holz, was gute Absatzchancen auf dem Holzmark und stabile Preise garantiert. Grund ist die erneut bestandene Prüfung im Rahmen der so genannten FSC-Zertifizierung der Westmecklenburg-Gruppe. Hier hat das Forstamt Radelübbe die Führung, die Stadtwälder von Hagenow und Wittenburg gehören zu den 8500 Hektar, für die aufwändige Prüfung galt.

Es gab eine Begehung im Bereich Woitendorf (nahe Roggendorf) und eine Tiefenprüfung im Wittenburger Stadtwald, wie Forstamtsleiter Dr. Christof Darsow im Gespräch mit der Schweriner Volkszeitung nicht ohne Stolz berichtete. Bis auf ein paar geringfügige Beanstandungen kam man unter den gestrengen Augen des Prüfers gut weg. Der nahm auch Teile des Privatwaldes von Carl-Albrecht von Treuenfels in Neuenkirchen unter die Prüfungslupe.

Mit Hilfe des Zertifikats (Forest Stewardship Council) wird attestiert, dass der Wald nach recht strengen Regeln bearbeitet und gepflegt wird. So ist der Einsatz von Pestiziden sehr streng geregelt, selbst bei Schädlingsbefall dürfen diese Mittel nur nach einer behördlichen Anordnung eingesetzt werden. Das würde auch gelten, wenn der Eichenprozessionsspiner sich weiter in Richtung Norden verbreiten würde. Auch hier könnte das Forstamt über den Einsatz der Mittel nicht selbständig entscheiden. Auch bei einem Maikäferbefall müsste man sich eine Genehmigung holen.

Im Kern geht es bei dem ältesten und weltweit verbreiteten Zertifikat aber nicht um Verbote sondern um nachhaltiges Wirtschaften. Völlig verboten sind Kahlschläge beim Holzeinschlag, das ist nicht bei allen Zertifizierungen der Fall. Stattdessen ist die so genannte Naturverjüngung das Mittel der Wahl. Hier werden die natürlich hochkommenden Jungbäume unterstützt. Ein Verfahren, dass ohne künstliche Aufforstung auskommt. Neuanpflanzungen müssen aufwändig gepflegt werden.

Angesichts der rasanten Holznachfrage wären die Zertifizierungen eigentlich nicht nötig. Doch politisch wird nachhaltiges Wirtschaften gewünscht, entsprechend sehen auch die Verträge mit den Holzverabeitern aus.

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