Hagenow : Truppendienst - was kommt danach?

Der Infostand von Wirtschaftsförderer Roland Masche kam bei den Soldaten gut an.
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Der Infostand von Wirtschaftsförderer Roland Masche kam bei den Soldaten gut an.

1. Arbeitgeberfrühstück in Hagenow / Berufliche Chancen und Weiterbildungsmöglichkeiten nach Dienstzeitende in der Region

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24. März 2015, 13:05 Uhr

„Für Angst ist da überhaupt kein Platz“, resümiert Michael Rondé die Aussichten der Soldaten, nach Ende ihrer Dienstzeit zeitnah einen Job zu finden. Rondé ist Oberst a.D. und seit November Fachberater Fachkräftesicherung Aus- und Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin.

Und tatsächlich, während des 1. Arbeitgeberfrühstücks in Hagenow umwarben die Bürgermeisterin Gisela Schwarz und die Vertreter der Interessengruppen die Soldaten, damit sie hier in der Region bleiben. Denn diese müssen sich nach vier bis acht Jahren in der Bundeswehr bald im zivilen Leben eine Existenz aufbauen. Und das bringe für viele einen kompletten Berufswechsel mit sich, meinte Oberstleutnant Michael von Block-Schlesier und ergänzte: „Einen Panzergrenadier braucht man eben nur bei der Bundeswehr“. Doch die Soldaten erwürben während ihrer Dienstzeit auch viele Fertigkeiten, die in der freien Wirtschaft gefragt seien. Welche das aus seiner Sicht sind, stellte Carsten Uffmann, Geschäftsführer von Biotherm Hagenow, fest: „Belastbarkeit, Durchsetzungsvermögen, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit.“ Drei der 50 Beschäftigten bei Biotherm seien ehemalige Bundeswehrangehörige. Die hätten genau die zupackende Mentalität, die er sich im Unternehmen wünsche. Und doch geht es eben auch nicht ohne die richtige Qualifikation. Und hier kommt der Berufsförderungsdienst (BFD) ins Spiel. Er finanziert die Weiterbildungen ehemaliger Soldaten. Peter Todt von der IHK zu Schwerin fasst deren Möglichkeiten grob zusammen. Soldaten ohne abgeschlossene Ausbildung könnten etwa eine einzelbetriebliche Umschulung antreten. Die IHK bilde zudem direkt für den Bedarf der Bundeswehr Berufskraftfahrer, Köche und Elektroniker für Betriebstechnik aus. Soldaten mit bereits abgeschlossener Ausbildung könnten eine Anpassungsqualifizierung absolvieren, etwa zum Wirtschaftsfachwirt oder zum Operative Professional, dem Pendant zum Meister im IT-Bereich. „Es gibt 1  300 Ausbildungsbetriebe in Westmecklenburg. Da gibt es viele offene Ausbildungsstellen.“ Oft riefen deshalb Unternehmen an und meinten: Schickt mir einfach einen, egal wen.

Doch nicht nur die vorhandenen Ausbildungsplätze machen die Region zu einem attraktiven Standort, setzten die Referenten ihr Standortmarketing fort. Rund um Hagenow gebe es viele Logistikunternehmen, Firmen aus der Ernährungswirtschaft, aus den Bereichen Energie und Metall. Das eröffne im Anschluss an eine Weiterqualifizierung auch dauerhafte Perspektiven. Aber auch ein Gang in die Selbstständigkeit sei denkbar. Hier helfe die Handwerkskammer bei einem persönlichen Gespräch gern weiter, ergänzte Birk Palitzsch von der Handwerkskammer Schwerin.

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