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Hagenow : Trendwende: Kartoffelwerk verdoppelt seine Kapazität

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Millionen-Investitionen in Hagenower Werk geplant. Jetzt sind die Kartoffelbauern in der Region gefragt

von
erstellt am 09.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Die „Emsland Group“ plant am Hagenower Standort erhebliche Investitionen, die vermutlich schon im kommenden Jahr wirksam werden. Konkret soll die Zahl der mit Dampf betriebenen Walzen um vier erhöht werden. Bisher hat das Werk sechs dieser Walzen, auf denen die Kartoffelflocken produziert werden. Diese Flocken sind die Grundlage für alle Produkte des Standortes.

In zwei Schritten, so Vertriebsleiter Jörg Elvers, soll die Kapazität in Hagenow um zweimal 60 000 Tonnen Kartoffeln im Jahr erhöht werden. Aktuell hat die Mecklenburger Kartoffelveredlung eine Verarbeitungskapazität von etwa 138 000 Tonnen im Jahr. Somit kämen die geplanten Maßnahmen fast einer Verdopplung gleich. Konkrete Summen und Fristen gibt es noch nicht, im Hintergrund laufen noch die Verhandlungen mit den Banken.

Hintergrund ist der wachsende Bedarf an den Kartoffelprodukten in der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie. Das betrifft besonders die Branche, die Snacks produziert aber auch die Fleischindustrie, Kartoffelflocken werden hier zur Speicherung von Wasser eingesetzt.

Das bestätigte gestern auch der erst seit wenigen Monaten im Amt befindliche Werksleiter Christian Heinrich. Für die insgesamt vier neuen Walzenanlagen soll eine neue Halle errichtet werden. Zugleich ist angedacht, die Abpackanlagen für den Lebensmitteleinzelhandel zu modernisieren.

Die angedachten Investitionen stellen eine Trendwende in dem Hagenower Traditionswerk dar, für das 1971 der Grundstein gelegt wurde.

Mit den jetzt beschlossenen Investitionen hat sich Hagenow auch gegen interne Konkurrenten im Konzern durchgesetzt. Die große Frage der Zukunft wird sein, woher die insgesamt 120 000 Tonnen Kartoffeln kommen sollen, die zusätzlich verarbeitet werden sollen. Vertriebsleiter Elvers: „Wir wollen diese Mengen vor allem aus der Region holen, wir nehmen alle Kartoffeln, die wir in der entsprechenden Qualität bekommen können.“ Werkleiter Heinrich bestärkt: „Wir wollen mit den Bauern ins Gespräch kommen, die Kartoffel gehört in die Region und wir bieten zuverlässigen Absatz an. Es wäre doch sinnvoll, die Maisflächen zu reduzieren.“

Die Kraftwerkskapazitäten für die Dampfproduktion werden ebenfalls angepasst werden müssen. Hier setzt die Emsland Group auch auf die benachbarte Firma Biotherm.

Der ganze Produktionsausbau soll im übrigen ohne große Aufstockung des Personals vor sich gehen. Gebraucht würden aber vor alle Leute in der Instandhaltung und bei den Handwerken.

 

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