zur Navigation springen
Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 00:26 Uhr

Treibeis legt "Amt Neuhaus" lahm

vom

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2012 | 08:12 Uhr

Neu Bleckede/Darchau | Hochwasser, Treibeis, Wind und eine starke Strömung: die Fähre "Amt Neuhaus" musste am Dienstagmorgen den Betrieb einstellen. Petra Wilhelm, die Fährbetreiberin, ist eine, die zusammen mit ihrer Mannschaft alles versucht, um ihre Kunden von hüben nach drüben und wieder zurück über die Elbe zu bringen. Aber irgendwann geht es nicht mehr, der Schöttelantrieb saugt die Eisstücke an, die Fähre wird manövrierunfähig.

"Viele Leute sehen, das die Elbe noch nicht ganz zugefroren ist und können nicht verstehen, dass wir nicht mehr fahren und da nützt es manchmal auch nicht, wenn man es ihnen ganz genau erklärt", ärgert sie sich jeden Winter aufs Neue.

Keine Vorhersage möglich, wann "Tanja" Betrieb einstellt

Die zweite Fährverbindung im Amt Neuhaus, stellt die "Tanja" aus Neu Darchau her. Sie hat einen anderen Antrieb und ist auch wesentlich leistungsstärker. Gestern wurde der Betrieb noch aufrecht erhalten, auch heute Morgen soll noch gefahren werden und wann der Zeitpunkt kommt, wo es auch hier nicht mehr klappt, kann nicht vorhergesagt werden. "Wir kämpfen uns durch, solange es geht", war aus dem Fährbüro zu hören. Der Blick auf die Wettervorhersage lässt aber ahnen, dass auch für die "Tanja" demnächst der Zeitpunkt kommt, wo nichts mehr geht.Die sechs Eisbrecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg sind auf der Elbe, dem Elbe-Seiten-Kanal und dem Elbe-Lübeck-Kanal unterwegs, um für die Schifffahrt die Häfen offen zu halten. Auf der Elbe sind das die Häfen in Dömitz, Thießau und Bleckede. "Wir waren heute Morgen auf der Fähre im Bleckeder Hafen und haben den Eisbrecher gesehen. Wie schnell der Hafen wieder zufriert, glaubt man nur, wenn man es selber gesehen hat", so Petra Wilhelm.

Kein Fährbetrieb bedeutet für die Schulkinder, für Arbeitnehmer und für Gewerbetreibende aus dem Amt Neuhaus wieder sehr weite Umwege. Die Hoffnung auf eine Brücke bei Darchau haben die meisten Bewohner des Amtes aufgegeben. Zum nächsten Kreistag am 5. März stellt die Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen dann den Antrag auf eine Bürgerbefragung zur Elbquerung, "im Sinne des Ziels einer besseren Bürgerbeteiligung und Mitwirkungsmöglichkeit..." heißt es. Alle Bewohner des Landkreises Lüneburg - und dazu gehört auch die Stadt selbst - sollen entscheiden, ob der Bau realisiert werden soll oder nicht, denn die fianziellen Unwägbarkeiten seien hoch.

Ganz unabhängig vom Ergebnis einer Befragung soll der Kreistag prüfen, wie die Fährverbindungen über die Elbe optimiert werden können. Man verspricht sich von Seiten der Mehrheitsgruppe von der Gründung einer gemeinsamen Fährgesellschaft Möglichkeiten, die Fährzeiten zu verlängern sowie kurze Fahrzeiten, günstigere Tarife für Pendler, einheitliche Fahrkarten und Tarife.

Nur gegen Eis auf der Elbe, da hilft auch keine Optimierung, da stecken die Fähren fest.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen