Trauerspiel um Bau der Stromautobahn

Stromleitungsbau nahe Waschow im Frühjahr.
Stromleitungsbau nahe Waschow im Frühjahr.

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27. Dezember 2010, 05:50 Uhr

Gallin | Es war die Baustelle des Jahres in der Region, mit Hochdruck und gegen nicht unerhebliche Widerstände der Bevölkerung ist der Bau der 380-kV-Leitung zwischen Schwerin-Görries und Hamburg-Krümmel vorangetrieben worden. Doch direkt an der früheren innerdeutschen Grenze ist seit Monaten Schluss, der letzte Mast steht nur zehn Meter von der Grenze entfernt. In Schleswig-Holstein dreht sich dagegen kein Rad, der nötige Planfeststellungsbeschluss fehlt. Dabei fehlen nur noch 19,8 Kilometer von Gudow bis in die Nähe der Autobahnabfahrt Schwarzenbek, um das für den ganzen Norden enorm wichtige Projekt zu vollenden. Doch wann die noch fehlenden 50 Masten gesetzt werden können ist unklar. Die Investoren von "50 Hertz-Transmission" arbeiten fieberhaft an den Planungsunterlagen. Offizieller Grund für die Verzögerungen, die Leitung sollte längst stehen, ist ein neues Umweltgesetz. In dem wurden die Ausführungsbestimmungen geändert, die Planer konnten mit ihren Dokumenten noch einmal von vorne beginnen. Formal alles in Ordnung, aber das Ergebnis ist fatal. Denn die auch als "Windsammelleitung" bekannte Stromautobahn wäre nicht nur die vierte Verbindung zwischen Ost und West, sie wird schon jetzt als Ableitung für überschüssigen Strom benötigt, weil Mecklenburg-Vorpommern schlicht zu wenige Stromverbraucher zu bieten hat.

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