Radelübbe : Totalschaden im Wald

Wie Streichölzer sind die Kiefern auf dem Bollerberg bei Steegen abgeknickt. Hier muss aufgeforstet werden.   Fotos: Hirschmann
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Wie Streichölzer sind die Kiefern auf dem Bollerberg bei Steegen abgeknickt. Hier muss aufgeforstet werden.

Forstamt Radelübbe beseitigt Unwetterschäden / Regionale Ereignisse treten immer öfter auf

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18. August 2015, 07:55 Uhr

Die Kiefern in dem Waldstück in der Nähe des Hagenower Wasserwerkes bei Steegen sind wie Streichhölzer umgeknickt, die Bruchstelle befindet sich rund zwei Meter über der Erde. Immer wieder treten regionale Wetterereignisse auf, die zu großen Schäden führen. Besonders die heißen Tage können mit Gewittern und vor allem Sturmböen für erhebliche Aufregung sorgen.

Für das Forstamt Radelübbe besteht auf einem rund zwei Hektar großen Waldgebiet am sogenannten Bollerberg zwischen Steegen und Warlitz jetzt aktueller Handlungsbedarf.

„Viele werden sich sicherlich noch an das Unwetter am 5. Juli erinnern. Zu später Abendstunde zogen heftige Gewitter mit orkanartigen Sturmböen über den Landkreis, die auch für diesen Schaden sorgten“, erinnert sich Revierförster Holger Kindt.

Nach Informationen des Leiters des Forstamtes Radelübbe, Dr. Christof Darsow, lässt der Baumfall vor Ort die grobe Windrichtung Süd-West erahnen. „Das ist für uns die typische Sturm-Windrichtung. Aber die Beschädigungen an den Baumstämmen machen zudem deutlich, dass es zum Zeitpunkt des Sturmes sehr starken Regen gegeben haben muss. Ähnlich wie im Winter, wenn Schnee die Baumkronen belasten, hat hier der Starkregen im Zusammenwirken mit dem Sturm zu einem Abknicken der Baumstämme in etwa zwei Metern Höhe geführt“, erläutert der Forstamtsleiter vor Ort im SVZ-Gespräch. Für die beiden Experten steht fest, dass das Unwetter in diesem Bereich des Waldes für einen Totalschaden gesorgt hat, was eben nicht alltäglich ist. Der Kiefern-Bestand auf dem Bollerberg ist 25 Jahre alt und hätte noch 100 Jahre vor sich gehabt. „Die extreme Witterung in diesem Sommer ist unser Problem. Heiße Luft, Gewitter und Sturm sorgen für Schäden in der Forst. Vielleicht müssen wir uns sogar an diese Wetterextreme gewöhnen?“, fragt der Forstamtsleiter.

Das Forstamt hat im vergangenen Jahr 33 000 Festmeter Holz verkauft. Allein in diesem Jahr beläuft sich der Schaden nach seinen Worten auf 9000 Festmeter. „Ein Viertel von dem, was wir verkaufen, ist Sturmschaden. Und das bringt nicht nur die Natur durcheinander sondern auch unser Arbeitsgeschehen. Denn der Schaden muss aufgearbeitet werden, die Schädlinge sind zu erwarten. Und bevor wir hier an die Arbeit gehen können, müssen wir unsere Vorhaben bei den entsprechenden Stelle zur Genehmigung einreichen. Und nun warten wir auf eine positive Nachricht“, so Dr. Darsow. Wenn die Genehmigungen erteilt sind, werden Mitarbeiter des Forstamtes den Schaden am Bollerberg beseitigen und einen neuen Wald anlegen.

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