zur Navigation springen

Ausstellung in Boizenburg : Tor zu Mecklenburg-Vorpommern

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Umweltminister Till Backhaus eröffnete die Outdoor-Ausstellung „EinFlussReich“ auf dem Boizenburger Elbberg

svz.de von
erstellt am 24.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Die Bezeichnung „Tor zu Mecklenburg-Vorpommern“ für die Boizenburger Region hat nun auch ein Sinnbild bekommen. Am Freitag eröffnete Umweltminister Till Backhaus die Outdoor-Ausstellung „EinFlussReich“ auf dem Elbberg, deren Eingang ein riesiges, weithin sichtbares Tor bildet. Gleichzeitig mit der Freiluft-Ausstellung, die dem Hochwasser an der Elbe und dessen Ursachen gewidmet ist, wurden die sanierten Gebäude der Außenstellen des Biosphärenreservats-Amtes Schaalsee-Elbe und des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) übergeben. „Das ist eine sehr attraktive Eingangspforte zum schönsten Bundesland der Republik“, sagte Till Backhaus in seiner Eröffnungsrede. Er erinnerte an das letzte Hochwasser 2013 und die Aktualität des Themas der Freiluft-Ausstellung. Er sei froh, dass es seit dem letzten Jahr ein Nationales Hochwasserprogramm gebe. Erst in der letzten Woche habe es ein Treffen mit den Verantwortlichen aus Brandenburg und Niedersachsen zur Nutzung der Lenzener Wische als mögliche Flutpolder gegeben. Leider habe Schleswig-Holstein bei dem Treffen gefehlt.

Backhaus dankte den Mitarbeitern für ihren Einsatz bei der Entwicklung der Ausstellung und den Sponsoren. Die Allianz Umweltstiftung hatte das Projekt mit 150  000 Euro unterstützt, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit 60  000 Euro, der Privatmann Dr. Robert Agte mit 50  000 Euro, die Sparkassenstiftung 25  000 Euro und die Wemag mit 6000 Euro. Die Gesamtkosten der Ausstellung betrugen 405  000 Euro.

Klaus Jarmatz, der Leiter des Biosphärenreservat-Amtes Schaalsee-Elbe, hob vor allem das Verdienst von Dezernentin Anke Hollerbach hervor, „die sozusagen jeden Buchstaben der Ausstellung persönlich mit entwickelt hat.“

Wolfgang Schmülling überbrachte die Grüße von Landrat Rolf Christiansen, der an der Eröffnung nicht teilnehmen konnte, weil er als Vorsitzender des Landkreistages MV zu einer Tagung nach Usedom musste. „Es ist immer von Nachteil, im Anschluss an Till Backhaus zu reden, er nennt immer alle Fakten, Zahlen und historische Bezüge“, meinte er mit einem Augenzwinkern.

Allerdings sei noch nicht erwähnt worden, dass der Landkreis Ludwigslust-Parchim der einzige mit zwei Biosphärenreservaten in MV sei. Er dankte dem Umweltminister, dass er sich dafür eingesetzt habe, deren Schutzstatus zu verstetigen und zu vergrößern und für die Einführung des Biosphärenreservats-Gesetzes im letzten Jahr.

Das „EinFlussReich“ vervollständigt die vier Ausstellungen entlang des Biosphärenbandes Schaalsee-Elbe, neben dem Pahlhuus in Zarrentin, dem Grenzhus in Schlagsdorf und dem Zeughaus auf der Festung Dömitz.

„Mir persönlich gefällt sehr das Wortspiel des Ausstellungstitels. Die Ausstellung ist eine wunderbare Möglichkeit, Respekt vor der Natur zu fördern“, so Schmülling.

Harald Jäschke erklärte, dass er diesmal in drei Funktionen da sei: als Boizenburgs Bürgermeister, als Vorsitzender des Fördervereins Biosphäre Elbe e. V.und als örtlicher Chef des Hochwasser-Stabes. Er freue sich, dass das „EinFlussReich“ direkt am Elberadweg liege. „Jetzt fehlt nur noch eine ordentliche Verbindung in die Stadt.“

Regina Rinas, die Leiterin des StALU, würdigte die Ausstellung als wirksamen Beitrag der Bewusstseinsbildung gegen die sogenannte „Hochwasser-Demenz“ und der verantwortliche Architekt der Rostocker Firma „matrix architektur“ schaute auf die interessante Entwicklung des Ortes von der im Sperrgebiet der ehemaligen DDR-Grenze abgeschotteten Polderleitstelle zum jetzigen Ort mit einer für alle Bürger täglich offenen Ausstellung.

Entlang des Weges durch die Ausstellung thematisieren aufeinander aufbauende Stationen unterschiedliche Fragen zum Thema: Wie und warum entsteht Hochwasser? Welche Geschichten haben die Menschen mit dem Hochwasser an der Elbe erlebt? Wie effektiv ist Hochwasserschutz? Welche Hochwasserschutzprojekte wurden bereits an der Elbe umgesetzt? Die Ausstellung lebt von Interaktivität und einem spielerischen Ansatz. Besonders Spaß dürfte die Station „Wende ein Hochwasser von Boizenburg ab“ und das Wassermodell der Elbe, bei dem durch Einsatz von Flutpoldern oder Stausee der Wasserpegel geregelt werden kann, bringen.

Jeder kann sich ab jetzt die Ausstellung ansehen, offiziell wird sie jedoch beim Hyazinthenfest am 2. April mit Shuttle-Service und Führungen für die Bürger eröffnet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen