100 Rinder verenden : Tödlicher Stallbrand in Drönnewitz

Der Stall brennt nieder. Mehr als 100 Rinder sterben. Fotos: privat
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Der Stall brennt nieder. Mehr als 100 Rinder sterben. Fotos: privat

Gutachter ermitteln noch Tage zur Ursache, Feuerwehren verhindern Übergreifen auf benachbarte Anlagen

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11. März 2016, 20:45 Uhr

Nach einem verheerenden Brand in einer Stallanlage mit 170 Rindern in Drönnewitz suchen jetzt Brandermittler der Kripo und ein Brandgutachter nach der Ursache. Die Spezialisten werden nach Einschätzung der Polizei einige Tage brauchen, um das Unglück auf dem mehrere Hektar großen Areal des Milchviehbetriebes mit mehreren Ställen und etwa 400 Tieren aufzuklären.

Gegen Mitternacht war in dem 3000 Quadratmeter großen, massiven Stall- und Scheunengebäude ein Feuer ausgebrochen. Ein Autofahrer, der zufällig durch den Wittendörper Ortsteil fuhr, meldete den Brand. Als die 81 Kameraden von neun Wehren der Region vor Ort eintrafen, brannte der Stall schon in voller Ausdehnung, sagte Stefan Schwarz, Stadtwehrführer in Wittenburg. Mehr als 100 tote Rinder fanden sie vor. Einen Einsatz mit so vielen verendeten Tieren habe er noch nicht erlebt.

Nicht nur emotional sei es ein schweres Unterfangen gewesen. Mehr als 800 Meter mussten die Feuerwehrleute zurücklegen, um die Schläuche an die Wasserversorgung anzuschließen. „Eine sehr lange Wegstrecke und ein ungewöhnlich langer Einsatz“, bilanzierte Schwarz. Bis 8 Uhr gestern Früh bekämpften sie den Brand. Ein Übergreifen auf benachbarte Ställe konnten sie verhindern.

Viele tote Tiere, ein bis auf die Grundmauern niedergebrannter Stall, mehrere zerstörte landwirtschaftliche Maschinen: Die Polizei schätzt den Schaden auf 180  000 Euro. Was das jetzt für den Betrieb in Drönnewitz bedeutet, kann auch der Ludwigsluster Kreisbauernchef Harald Elgeti noch nicht abschätzen. „Ein ganz schlimmer“ Vorfall, sagte er gestern auf Nachfrage. Ein Unglück in diesem Ausmaß hätte er in seiner Amtszeit noch nicht erlebt. Ob der Landwirt diesen Einschnitt aushalte, hänge von der Versicherung ab. In der Regel seien die Betriebe aber gut abgesichert, so dass der Schaden ausgeglichen werde.

Da die Milchbauern derzeit aber eh stark gebeutelt sind, könnte die Drönnewitzer Firma mit einem derartigen Einschnitt jetzt doppelt getroffen sein. „Der Milchpreis ist weiter auf rasanter Talfahrt“, sagte Elgeti. Auch benachbarte Kollegen fühlen mit. „Das ist ganz schlimm“, sagte Johanna Postma von der Wittenburger Agrar- und Milch GmbH. Sie besitzen selbst 600 Milchkühe und 400 Jungrinder. Auch angesichts der derzeitigen Milchpreis-Krise wäre ein derartiger Brandschaden für sie nur schwer zu verkraften.

Die Katastrophe muss auch Wittendörps Bürgermeister Bernd Ankele erst verdauen. „Das ist schlimm“, sagte er. Vor allem, weil so viele Tiere sterben mussten. Und auch für die Drönnewitzer Feuerwehrleute sei dieser Vorfall gleich in mehrfacher Hinsicht tragisch gewesen. Weil ihr Einsatzfahrzeug gerade in der Werkstatt steht, konnten sie als örtliche Wehr nicht sofort ausrücken. Sie unterstützten später die benachbarten Kollegen. Bernd Ankele fühlt jetzt mit dem betroffenen Landwirt. „Es geht ihm bestimmt sehr nahe.“

Der Landwirt selbst war gestern nicht für uns zu sprechen. Eine Mitarbeiterin sagte, dass er und die Kollegen jetzt erstmal die toten Tiere entsorgen und die Überlebenden mit Wasser versorgen müssen. Was die Zukunft bringt, bleibe abzuwarten. „Wir wissen selber nicht, wie es weitergehen soll“, so die Frau. Es sei einfach nur schlimm gewesen, die Tiere so zu sehen. Ein kleiner Trost: Das Unglück macht viele Menschen aus dem Ort und benachbarte Landwirte betroffen. Sie haben ihre Hilfe angeboten. Dafür „ein großer Dank“.

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