Fachmann aus Vellahn : Tischler mit Faible fürs Historische

Das hölzerne Oberlicht einer Hauseingangstür zeigt die Jahreszahl 1796.  Fotos: Stefani Kortmann
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Das hölzerne Oberlicht einer Hauseingangstür zeigt die Jahreszahl 1796. Fotos: Stefani Kortmann

Tischlermeister Andre Behncke erhält Bundespreis des Handwerks für die Sanierungsarbeiten am Gut Below im Dorf Grabow

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30. November 2014, 16:36 Uhr

Am 26. November erhielt der Tischlermeister Andre Behnke den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege. Er hatte mit seinem Team die Tischlerarbeiten, insbesondere die Fenster für das in Grambow gelegene Gut Below hergestellt. Die Verleihung fand im Goldenen Saal des Neustädischen Palais in Schwerin statt.

„Ich wurde kurz vor der Verleihung angerufen, deshalb wusste ich schon, dass wir wohl einen Preis erhalten würden“, sagt Tischlermeister Andre Behnke. Das Schloss Below sei ein besonderes Objekt gewesen. Vieles sei dort in der Vergangenheit schlichtweg kaputt saniert worden. Deshalb hätten gerade Details aus alten Plänen rekonstruiert werden müssen. Die Sanierung war das größte Projekt des Handwerkbetriebes in diesem Jahr gewesen, aber bei weitem nicht das einzige. Andre Behnke und seine 18 Mitarbeiter haben die Denkmalpflege und das Sanieren von Altbauten zu ihrem Hauptgeschäftszweig gemacht. Sie sind an Bauten im gesamten norddeutschen Raum aktiv und haben beispielsweise für das Stadtpalais in der Berliner Behrensstraße die neuen Holzfenster geliefert. Auch für das Schloss Willigrad fertigten sie die neuen Kastenfenster.

„Wir übernehmen aber auch kleine Projekte aus der Region, etwa das Aufarbeiten historischer Haustüren“, beschriebt der Tischlermeister seinen Arbeitsschwerpunkt. Hierauf habe sich der Betrieb, der damals noch von seinem Vater geleitet wurde, bereits kurz nach der Wende spezialisiert. „Wir beherrschten den Umgang mit alten Werkzeugen und die alten Techniken, da wir weniger moderne Maschinen hatten. Was in anderen Bereichen vielleicht von Nachteil ist, sei für den Denkmalschutz ein klarer Vorteil.“ Sie hätten schnell die ersten Aufträge bekommen. Nicht unbedingt durch die Teilnahme an Ausschreibungen. „Das ist beinahe ein reines Empfehlungsgeschäft“, erklärt der Handwerker. Die Besitzer alter Häuser tauschen sich meist intensiv aus. Viele Kontakte bestünden bereits seit den 90er Jahren. Bisher hätten sie mehr als 100 Baudenkmäler allein in Lüneburg mit neuen Holzfenstern und Türen ausgestattet bzw. den Altbestand saniert.

Gefertigt wird alles in Auftrag gegebene in der hauseigenen Werkstatt in Vellahn. An diesen Standort ist der Betrieb seit 2000 ansässig.

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