Boizenburg : Tierseuche: Über 100 Sauen getötet

Die Polizei sperrte gestern den Zugang zum Hof ab.
Die Polizei sperrte gestern den Zugang zum Hof ab.

Auf einem Biohof bei Boizenburg ist die gefährliche Schweinebrucellose ausgebrochen.

svz.de von
14. Juni 2016, 21:00 Uhr

Gelbes Absperrband flattert im Regen. Ein Streifenwagen der Polizei und ein Lkw stehen davor. Auf dem Hof, der hinter der Absperrung liegt, ist seit gestern Vormittag nichts mehr, wie es einmal war. Wegen des Ausbruchs der Schweinebrucellose mussten auf dem Biohof bei Boizenburg mehr als 100 Schweine getötet werden. „Diese Seuche ist eine Krankheit, bei der der Gesetzgeber verlangt, dass die betroffenen Tiere getötet werden“, erklärte Andreas Bonin, Pressesprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, auf SVZ-Anfrage.

Betroffen waren mehr als 100 Sauen, die vom Bakterium Brucella suis befallen waren oder bei denen der Verdacht auf einen Befall bestand. Die Tiere wurden durch Amtstierarzt Olav Henschel und seine Kollegen direkt auf dem Hof getötet. „Die Ställe, in denen die Sauen gehalten wurden, sind gereinigt und desinfiziert worden. Sie werden erst einmal nicht wieder belegt“, erläuterte Andreas Bonin.

Die Sauen seien nur ein kleiner Teil des Schweinebestandes auf dem Hof gewesen. Ob der betroffene Bio-Bauer gegen einen solchen Schaden versichert sei, konnte der Pressesprecher nicht sagen. Er bat auch um Verständnis dafür, dass der Amtstierarzt nach der Massentötungsaktion gestern zu keiner direkten Stellungnahme bereit war. Auch der Hofbesitzer signalisierte, sich erst heute zu dem Vorgang äußern zu wollen.

Andreas Bonin wies darauf hin, dass anders als bei der Schweinepest bei der Schweinebrucellose keine Sperrbezirke eingerichtet werden. Tierbestände in der Nachbarschaft würden nur bei einem Auftreten der typischen Symptome untersucht.

Die Schweinebrucellose ist eine Infektionskrankheit, die von Schwein zu Schwein übertragen wird. Naturherde von Feldhasen und Wildschweinen kommen für eine Ansteckung ebenfalls in Frage. Das auffälligste Symptom der Schweinebrucellose sind Totgeburten von Ferkeln im letzten Drittel der Trächtigkeit. Beim Eber äußert sich die Krankheit durch Hoden- und Nebenhoden-Entzündungen. Es können auch Sehnen- und Gelenkentzündungen auftreten. In Europa kommt fast ausschließlich der Erregertyp Biovar 2 vor, der für den Menschen nicht gefährlich ist.

Entsprechend der geltenden Brucellose-Verordnung muss die zuständige Behörde den Ausbruch der Brucellose öffentlich bekanntgeben. Die Brucellose sei nicht so gefährlich wie etwa die Schweinepest, hieß es gestern aus dem Schweriner Landwirtschaftsministerium. Seit 2008 seien in Mecklenburg-Vorpommern immer wieder Brucellose-Fälle aufgetreten, vor allem in Betrieben mit Freilandhaltung. Dabei habe es sich aber stets um Einzelfälle gehandelt, sagte eine Ministeriumssprecherin.



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