Holthusen : Tiere als Festgabe nicht geeignet

Tierpensionschefin Doris Schiemann mit der einäugigen Katzendame Tascha.
Tierpensionschefin Doris Schiemann mit der einäugigen Katzendame Tascha.

Anschaffung von Hund, Katze und Co. muss langfristig vorbereitet werden / Tierpension in Holthusen hilft bei Vermittlung

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17. Dezember 2014, 15:15 Uhr

Sie heißen Schoko, Magil und Tobo. Die kleinen Katzen sind drei von etwa 20 Samtpfoten, Hunden, Meerschweinchen und Kaninchen, die derzeit in der Tierpension „Kleine Oase“ in Holthusen auf einen neuen Besitzer warten. Damit die Namensliste der zu vermittelnden Tiere dort nicht länger wird, rät Pensionschefin Doris Schiemann dringend davon ab, Tiere aus einer Laune heraus etwa zu Weihnachten zu verschenken. Ihr Weg endet oft im Tierheim, wenn die zumeist von Kindern gewünschten, vierbeinigen Gefährten dann auf einmal als Belastung empfunden werden.

Damit die Freude über ein neues Familienmitglied lange anhält, empfiehlt Tierexpertin Schiemann, sich die Anschaffung eines Tieres gut zu überlegen. Sie bringe eine große Verantwortung mit sich, denn ein Haustier beanspruche Zeit und verursache auch Kosten beispielsweise für Futter und tierärztliche Betreuung. „Ich kann nicht einfach mal in ein Tierheim gehen und dort einen Hund holen, das klappt nicht. Die ganze Familie muss sich den Hund aussuchen und zu dem Tier stehen, weil es viel anspruchsvoller im täglichen Umgang ist“, sagt sie.

Schiemann plädiert dafür, sich langfristig darauf vorzubereiten, ein Tier nach Hause zu holen. Aus ihrer Sicht sind im Vorfeld vor allem die Eltern gefordert, zu prüfen, wie tief der Wunsch ihrer Kinder nach einem Tier tatsächlich ist. „Es geht dabei um Beständigkeit. Wenn ein Kind heute Geige spielen, morgen Ballettunterricht nehmen und übermorgen sich einen Hund anschaffen will, sollte ich vielleicht mal gucken, wo liegen die Werte, was will das Kind wirklich“, betont die Pensionsbetreiberin.

Generell müssten Kinder mit Hilfe der Eltern eine Vorstellung vom Aufwand und den Bedürfnissen der Tiere bekommen, „denn so ein Tier wird auch alt. Ein Kind muss sich dann auch noch in zehn Jahre darum kümmern“, fügt Schiemann hinzu. Aus ihrer Erfahrung sind Kinder ab acht Jahre in der Lage, die auf sie zukommende Verantwortung zu verstehen.

Findet die Familie eine Übereinkunft, sollte man sich nach Schiemanns Ansicht unbedingt Zeit bei der Auswahl eines Tieres nehmen. „Es sollte sich beispielsweise in einem Tierheim in aller Ruhe und auch mehrmals umgeschaut werden. Mit den Kindern kann vielleicht ein fester Termin abgesprochen werden. So wird der Heimbesuch zu einem Ereignis mit entsprechender Vorbereitung darauf“, sagt sie.

Die Mitarbeiter stünden bereit, spezielle Fragen zu den einzelnen Tieren und zu deren Haltung zu beantworten. Hätten dann beispielsweise ein oder zwei Katzen das Interesse geweckt, sollte trotzdem bis zu einer endgültigen Entscheidung „noch ein, zwei oder drei Nächte darüber geschlafen werden“.

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