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Überfall auf Hagenower Imbiss : Tiefer Schock nach bewaffnetem Raub

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Der Schock sitzt auch einen Tag nach dem bewaffneten Raubüberfall noch tief bei den Imbiss-Mitarbeitern in Hagenow. Donnerstagabend gegen 22 Uhr hatte ein maskierter Mann zwei Verkäuferinnen mit einem Messer bedroht.

svz.de von
erstellt am 20.Apr.2012 | 07:50 Uhr

Hagenow | Der Schock sitzt auch einen Tag nach dem bewaffneten Raubüberfall noch tief bei den Imbiss-Mitarbeitern in Hagenow. Am Donnerstagabend gegen 22 Uhr hatte ein maskierter Mann zwei Verkäuferinnen am Stadtbahnhof mit einem Messer bedroht. Er soll laut Polizei plötzlich im Geschäft gestanden und das Geld aus der Kasse gefordert haben. Danach sei er zunächst zu Fuß geflohen. Die Kripo Hagenow ermittelt jetzt wegen schweren Raubes.

Für Inhaber Curt Fresmann ist es der dritte Überfall in 22 Geschäftsjahren. "Und meine Mädels kommen damit überhaupt nicht klar", sagte er gestern. "Die liegen flach zuhause und müssen sich erstmal regenerieren." Eine Kollegin sei sogar ins Krankenhaus gekommen, weil der Übergriff sie psychisch so belastet hat, bedauert der Chef. Er selbst hätte nicht an ihrer Stelle sein wollen. "Denn das nimmt glaub ich jeden sehr mit." Sei man noch so resolut, "in so einem Fall ist jeder einfach nur ausgeliefert".

Weniger als 100 Euro in Scheinen soll der Täter mitgenommen haben, so die Polizei. Das Hartgeld habe er nicht angerührt. 25 bis 30 Jahre alt sei der Hochdeutsch sprechende Räuber nach ersten Schätzungen, auffällig schmächtig, 1,70 bis 1,80 Meter groß mit schmalem Gesicht und markanten blauen Augen. Er trug eine dunkle Jeans, einen dunklen Pullover und ein dunkles Basecap; zudem führte er einen dunklen Rucksack mit sich. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe und fragt: Wer hat die Tat beobachtet bzw. kann Angaben zum Täter oder einem möglichen Fluchtfahrzeug machen? Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Rostock unter 038208 -8882222, aber auch jede andere Polizeidienststelle wie Hagenow unter 03883-6310, entgegen.

Aufgrund der markanten Personenbeschreibung hoffen die Beamten auf eine schnelle Aufklärung. Curt Fresmann ist da weniger zuversichtlich. "Und selbst wenn sie ihn finden. Was hat er denn zu befürchten?", fragte der Inhaber frustriert. Er denkt an den ersten Überfall auf seinen Imbiss, als sich seine Mädels dem Täter entgegengestellten. Der sei dann zwar geschnappt worden, bestraft allerdings nicht, schimpfte der 65-Jährige aus Trittau in Hamburger Platt auf die Justiz. Fresmann ist sich sicher, dass auch dieser Täter es bewusst auf seinen Laden abgesehen hatte - im Visier die Tageseinnahmen des etablierten Imbisses. Und auch für die Polizei spricht aufgrund der Maskierung, des Messers und des Zugriffs nach Ladenschluss vieles für eine gezielte Tat.

Um so einen Schock für seine fünf Mitarbeiterinnen künftig zu verhindern, will der Inhaber jetzt vorbeugen: Geöffnet ist ab sofort nur noch bis 21 Uhr, eine Stunde weniger. Dann sei noch mehr Betrieb in der Gegend. Videokameras sollen in den kommenden Tagen installiert werden. Eine Alarmanlage gibt es schon. Nicht vorrangig wegen des Geldes, sagte der Chef mit dem roten Schnurrbart, Goldarmband, -ringen und -uhr. "Der Schaden ist lächerlich". Sondern vielmehr aus Sorge um die Gesundheit seiner Mädels.

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