Boizenburg : Theaterfloß mit Kurs auf Dömitz

Es ist geschafft, Ausfahrt aus dem Boizenburger Hafen.
1 von 3
Es ist geschafft, Ausfahrt aus dem Boizenburger Hafen.

Entscheidendes Hindernis für Sommerprojekt der Kulturkate genommen / Premiere des Wende-Stückes am 25. Juli nicht in Gefahr

svz.de von
18. Juli 2014, 18:34 Uhr

Gestern um 10.34 war es soweit, Andreas Heckert warf den 100 PS starken Motor seiner 63 Jahre alten Schubbarkasse „Hecht“ an und langsam setzte sich das Floß vom Boizenburger Hafen in Richtung Elbstrom in Bewegung. Ziel war Dömitz, der Platz unterhalb der Festung. Dort wird ab Dienstag geprobt, bevor es am 25. Juli die Premiere für „Die vergessene Brücke“ gibt. Bis zum 30. August wird dieses Stück auf dem Floß rechts und links der Elbe an verschiedenen Orten gespielt. Ein Projekt zu Ehren des 25. Jahrestages der Grenzöffnung und eine Erinnerung an den Grenzfluss, der die Elbe einst war.

Der Aufbruch des kleinen Schubverbandes im Boizenburger Hafen markierte den entscheidenden Durchbruch bei den Vorbereitungen des in diesem Jahr besonders ehrgeizigen Projektes. Das stand in den vergangenen Tagen angesichts vieler Schwierigkeiten auch schon kurz vor dem Scheitern, obwohl die Theaterleute nun wirklich Stress gewohnt sind.

Beispiel Floß: Dessen drei Teile mussten für das Stück noch einmal umgebaut werden. Statt auf einer quadratischen Fläche wird nun auf einem Floß in U-Form gespielt. In der Mitte des Floßes der Fluß, um den es geht. Der erste Plan, dieses Floß mit einem Schiff aus Boizenburg über die Elbe zu schleppen, ging nicht auf, weil das Schiff für den Fluss selbst nicht zugelassen ist. Dann kam die Variante auf, das Floß zu zerlegen und per Lkw an die Spielorte zu bringen. Doch bei zwölf Meter langen Teilstücken braucht man Spezial-Speditionen und vor allem Kräne. Und das kostet. Zum Schluss nun die Idee, die drei Teilstücke zu koppeln und in einem Verband elbaufwärts zu schieben. Dank Andreas Heckert von der gleichnamigen Reederei gelang das gestern auch. Mit bis zu acht Kilometern pro Stunde schipperte er viele Stunden bergwärts den gestern nur wenig befahrenen Strom hinauf. Heckert soll das Floß dann auch an die nächsten Spielorte bugsieren. Für den Reeder ein Heimspiel, schließlich ist er mit seinen Schiffen auch im Dömitzer Hafen präsent.

Christine Gutt, die Managerin des Projektes, konnte nach sehr stressigen Tagen gestern das erste Mal wieder lächeln. Das Floß ist nur eine von vielen organisatorischen Sorgen, die sie plagen. Die Stromversorgung ist ein anderes, wichtiges und vor allem kostspieliges Thema. Denn an den Spielorten am Fluss gibt es keine geeigneten Versorgungen per normaler Leitung. Hier müssen nun leistungsfähige Aggregate her, die auch noch leise laufen sollen, um den Theaterbetrieb nicht zu stören. Ein Kapitel für sich ist der ganze Wust an Auflagen und nötigen Genehmigungen, an Sicherheitsbestimmungen.

Schön ist es dann, wenn Hilfe kommt, z.B. vom Hagenower Unternehmer Christian Jessel oder vom Sportverein in Pritzier.

Künstlerisch ist es bei den Vorproben gut vorwärts gegangen, jetzt folgt die spannende Phase.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen