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Musikfestival mit Kindertag : Teich spuckte wieder große Töne

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Die Groß Bengerstorfer gaben auch bei der elften Ausgabe des Festivals „Teich & Töne“ alles und erzeugten eine magische Atmosphäre

svz.de von
erstellt am 13.Aug.2017 | 23:00 Uhr

Auch diesmal konnte der Regen der guten Stimmung beim Festival „Teich & Töne“ nichts anhaben. So hörte er kurz vor Beginn des Programms einfach auf, machte sich jedoch leider in der Eintrittskasse bemerkbar. Zum Hauptprogramm am Samstagabend waren etwa 100 Zuschauer weniger als im letzten Jahr gekommen, hieß es auf dem kleinen Gelände am Dorfteich. Als es dunkel wurde, hatten es die Veranstalter um Kalle Willers und Jörn Grospitz alias Pelle trotzdem wieder geschafft, die einzigartige, geradezu magische Atmosphäre des kleinen Festivals zu erzeugen. Die Zutaten dafür sind Lichterketten, Pizza aus dem Steinofen, Frikadellen vom erst tags zuvor geschlachteten Dorfbullen, auffällig freundliche Menschen hinter den Getränketresen und natürlich die Musik ausgesucht guter Livebands. Aber vor allem hat sich das kleine Festival, das gar nicht vor hat, größer zu werden, zum Treffpunkt der alternativen Szene der Region entwickelt. Deren Protagonisten genießen es, Bekannte zu treffen und neue Leute kennen zu lernen. So gut wie alle, die in Boizenburg und Umgebung etwas bewegen, waren am Dorfteich anzutreffen, seien es Kinochef Christian Lempp, Uli Quast von der Willkommens-Initiative, Max Schenk vom Fairhafen oder der Neu-Boizenburger Yogi Sat Hari Singh. Auch die Organisatoren des HügelRock schauten vorbei und waren begeistert. „Die Bands sind wirklich gut“, lobte Andy Vogt, der gerade eine Woche zuvor mit Mel Sussman und Christian Henkel - seit diesem Jahr Mitorganisator des Rockfestivals - zusammen entschieden hat, dass es auch im nächsten Jahr einen HügelRock geben wird. Christian Henkel hatte mit dem Gourmet-Imbiss „Smutlabel“, welchen er seit April mit Kochkollegen Mel Sussmann betreibt, das Catering für die vier Bands des Abends übernommen. Die Musiker konnten bei frittierten Süßkartoffeln, Panini, Mozzarellaspießen und Schokoladendessert schlemmen. „Die vier Bands, die hier für wenig Geld spielen, sollen es gut haben bei uns“, erklärte Groß Bengerstorferin Cenci Göpel, mit Partner Jens Warnecke Teil des Orga-Teams für das Festival. Sie nehmen die Musiker wie andere Familien im Dorf nach dem Konzert für eine Nacht in ihrem Haus auf. In diesem Fall die sechs Musiker von „Babayaga“ aus Jena . „Wir schlafen dann im Büro“, verriet die Fotografin und Filmemacherin.

Dass dieses Konzept aufgeht, bewies wie in den Jahren zuvor die hohe Qualität der Shows. Dabei war die Skaband „Babayaga“ mit ihrer unglaublichen Spielfreude unbestreitbar der Hauptact des Abends. Als sie ab 22.30 Uhr die Bühne rockte, war kein Halten mehr, das Publikum ließ sich vom zum Teil zermatschten Boden nicht mehr abschrecken und tanzte ausgelassen und fröhlich bis weit nach Mitternacht. „Das hat wieder Spaß gemacht“, rief Frontmann und Keyborder Hannes Wehrhan am Ende des Konzerts dem Publikum zu. Denn die Band war bereits schon einmal vor zwei Jahren zu Gast.

„Unser Geheimnis ist, dass wir Ska mit Elementen von Funk, Jazz, Latin und Reggae mischen“, erklärten die Musiker der SVZ nach ihrem Auftritt. Der vergangene Tag sei für sie ziemlich anstrengend gewesen, da sie um neun in Jena losgefahren seien, dann eine Probe in Braunschweig hatten und nun im hohen Norden auf der Bühne standen. „Wir kennen uns seit 16 Jahren und treten 15 bis 20 Mal im Jahr auf“, so Hannes Wehrhan. Pelle habe sie auf einem Skafestival gesehen und gefragt, ob sie nach Groß Bengerstorf kommen wollten. Offensichtlich war er sehr überzeugend ...

Ganz anders Singer-Songwriter Ben Hamilton, der zusammen mit seinen Bandkollegen ebenfalls das Publikum begeisterte. „Ich bin eigentlich hier, weil ich mit meiner Frau auf’s Land ziehen will und ein günstiges Haus suche“, bekannte lächelnd der in Oxford geborene Brite, der schon seit 1994 in Berlin lebt. Während der Haussuche habe das Paar auch in dem Gutshaus von Ute Rohrbecks Ziegenkäsemanufaktur übernachtet und dadurch vom Festival und vom besonderen Dorf Groß Bengerstorf erfahren.

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