Bengerstorf : Teich mit laut tönendem Ufer

Headliner„Cuatro Pesos de Propina“ aus Uruguay liefen zu Höchtform auf und ließen ...
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Headliner„Cuatro Pesos de Propina“ aus Uruguay liefen zu Höchtform auf und ließen ...

Trotz des Regens zu Beginn feierten über 300 Besucher ausgelassen das zehnte Festival „Teich & Töne“ mit seiner besonderen Atmosphäre

svz.de von
15. August 2016, 05:00 Uhr

Manchmal sind es die kleinen Festivals, die den größten Spaß machen. So erging es am Sonnabend offensichtlich auch der Band „Cuatro Pesos de Propina“ – „Vier Pesos Trinkgeld“ aus Uruguay beim zehnten Festival „Teich & Töne“ in Groß Bengerstorf und ihrem Publikum. Am Abend zuvor hatten die neun Musiker noch vor 5  000 Menschen beim Woodrock-Festival in Hamburg gespielt, vorgestern standen sie vor nur gut 300 Zuhörern an einem Dorfteich. „Wir lieben das Spielen unter freiem Himmel“, erklärten Schlagzeuger Tato und Percussionist Pepe euphorisch nach ihrem Auftritt im Gespräch mit der SVZ. „Wir haben gespürt, dass die Leute hier ganz nah an uns und unserer Musik dran waren, wie sie mitgegangen sind und immer mehr getanzt haben. Tolle Leute hier“. schwärmten die beiden Musiker und sprachen damit auch im Namen aller anderen Bandmitglieder. Wenn die Zuschauer so nah an der Bühne sein könnten, wie bei diesem Festival, würde oft eine familiäre Atmosphäre entstehen, wie sie bei großen Festivals gar nicht möglich sei. Die Leute hätten zwar vielleicht nicht die spanischen Texte verstanden, aber ihre Musik.

Dieses Feedback des Publikums war der Band auch anzumerken, mit immer größerer Spielfreude brachten sie ihre neuen Fans bis Mitternacht zum Tanzen. Obwohl „Cuatro Pesos de Propina“ eine sehr schnelle Mischung aus Ska, Rock, Punk und dem für Uruguay typischen Candombe bot, hüpften vor der Bühne unermüdlich Frauen und Männer aller Altersklassen von 7 bis 75 bis zum Ende dieses Konzerts.

Nach Groß Bengerstorf folgen für die Band bis zum 21. August noch Auftritte in Berlin, Spanien, Dresden, Hannover und Hamburg.

Vor den lateinamerikanischen Musikern hatte die Bluegrass-Band „Butts on Buckets“ das Publikum am Sonnabend schon in Stimmung gebracht. Nach Mitternacht spielte die „Gruppa Karl-Marx-Stadt“ osteuropäischer Folklore für eine inzwischen deutlich geringere Zahl von Gästen ihre laute kleine Nachtmusik. Doch selbst dazu fanden sich noch Tanzwütige, sogar ein kleiner Junge war zu beobachten, der seinen Vater auf die Tanzfläche zerrte.

Jörn Großspitz, den alle nur unter seinem Spitznamen Pelle kennen, ist verantwortlich für die Auswahl und das Booking der Bands bei diesem Festival. „Cuatro Pesos de Propina“ waren hier, weil wir schon seit Jahren eine Kooperation mit dem Woodrock-Festival Hamburg haben“, verriet er im Gespräch. „Ich weiß, dass gerade die Bands aus Übersee Anschluss-Gigs suchen und dann auch für weniger Geld spielen als auf dem großen Festival.“ Auf diese Weise würden jedes Jahr immer wieder andere Bands bei „Teich& Töne“ auftreten, in den vergangenen zehn Jahren etwa 35. Pelle zeigte sich zufrieden mit dem Jubiläums-Festival: „Es hätten noch 100 Besucher mehr sein können, aber da hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. So ist es auch ok.“

Das kostenlose Kinderfest am Sonntag mit Clowns-Show, Skate-Parcour, Siebdruck, Airbrush-Tatoos, Eselreiten, Bogenschießen und natürlich leckerem Kuchen mit Kaffee besuchten noch einmal etwa 300 Gäste.

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