Naturschauspiel : Tausende Schwäne in Probst Jesar

„Es war unglaublich“, erinnert sich Fotograf Uwe Meyer noch an diesen Moment, als er das Foto von den rastenden Schwänen auf dem See in Probst Jesar schoss.
„Es war unglaublich“, erinnert sich Fotograf Uwe Meyer noch an diesen Moment, als er das Foto von den rastenden Schwänen auf dem See in Probst Jesar schoss.

Wintergäste aus Skandinavien rasteten auf der Wasserfläche des Waldbades. Vogel gilt europaweit als gefährdete Art

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27. Januar 2016, 21:00 Uhr

Es war ein wahres Naturschauspiel. Große Scharen von seltenen sibirischen Zwergschwänen machten gemeinsam mit den Singschwänen Rast im Waldbad Probst Jesar. In den vergangenen Wochen suchten die gefiederten Wintergäste tagsüber Futter auf den umliegenden Feldern. Mit einem lautstarken Konzert kündigten sie zum Einbruch der Dunkelheit ihren Rückflug zu ihrem Schlafplatz an. „Vor der Kälteperiode waren sie noch auf den überschwemmten Äckern verteilt“, erklärt Ornithologe Helmut Eggers aus Lübtheen. Doch als der Frost kam, suchten die Schwäne Schutz im Waldbad Probst Jesar. „Es war einmalig“, erinnert sich der Vogelspezialist. Zu Höchstzeiten wurden rund 1200 Schwäne auf dem See gezählt. Sie alle übernachteten auf dem kleinen Gewässer.

„In der Regel fressen die Schwäne Mais oder Raps von den Feldern nahe Redefin“, so Eggers. Zum Schlafen verteilen sie sich in den Bereich Preten. Der See in Probst Jesar liegt direkt auf der Tagesroute der Schwäne. „Und als die Wasserflächen auf den Feldern zugefroren sind, haben sich die Schwäne auf dem See ihren Schlafplatz gesucht.“

Dieses Spektakel wollte sich auch Fotograf Uwe Meyer aus Lübtheen nicht entgehen lassen. Mit seiner Kamera hielt er die Schar bei ihren Morgen-Ritualen auf dem See fest. „Es war unglaublich“, so Meyer, der häufig in der Region unterwegs ist und Naturaufnahmen macht. „ So etwas habe ich noch nie gesehen.“

Schon in der Vergangenheit machten die Schwäne in der Region Rast. Zu Höchstzeiten wurden in Lübtheen bis zu 5000 Schwäne gesehen. Doch die Zahl nimmt immer mehr ab. „Die Singschwäne sind auch heute noch relativ häufig in Europa“, so der Lübtheener. Doch der Bestand des Zwergschwans sei drastisch zurück gegangen. Europaweit gebe es nur noch rund 16 000 Vögel. Der Zwergschwan gilt europaweit als gefährdete Art. „Die Nachwuchsrate wird immer geringer“, erzählt Helmut Eggers. Das merke der Lübtheener auch bei den Scharen, die jedes Jahr in die Region kommen. Deshalb sei es wichtig die Rastplätze um Lübtheen für die Zukunft zu schützen. „Im Herbst planen wir dazu auch eine Aktion“, kündigt der Vogelexperte bereits an.

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