Hagenow : Tauschstationen für Feuerwehren in Planung

Die Feuerwehrtechnische Zentrale in Hagenow
Foto:
Die Feuerwehrtechnische Zentrale in Hagenow

Ausschuss des Kreistags stimmt für Schulungsstandorte in Dargelütz und Hagenow Neubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale erstmal vom Tisch

svz.de von
16. Mai 2017, 17:50 Uhr

Aus acht mach eins, das war die Aufgabe, die sich der Kreistags-Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Abfallwirtschaft, Ordnung und Sicherheit am Montagabend selbst gestellt hat. Gemeint war damit die Zahl der Vorschläge zum künftigen Standort der Feuerwehrtechnischen Zentrale und der Schulungsstandorte der Kameraden im Landkreis.

Die Vorschläge reichten dabei von: Beide jetzigen Standorte erhalten, bis hin zu: Beide Standorte aufgeben und neu bauen. Und so einigte sich der Ausschuss auf eine Kompromissvariante. Diese sieht vor, dass die Ausbildung der Kameraden auch künftig an beiden Standorten erfolgt. Die technische Prüfung der Geräte soll aber nur noch in Hagenow stattfinden. Darüber hinaus, so der Plan, werden im gesamten Landkreis zehn Tauschstationen für die Feuerwehren eingerichtet. Dort sollen die Kameraden ohne weite Anfahrtswege und große Wartezeiten ihre dreckigen Schläuche, Atemschutzmasken und andere Ausrüstungsgegenstände tauschen können. Für diese Idee hatte sich am Wochenende auch schon der Verbandsauschuss des Kreisfeuerwehrverbandes ausgesprochen.

In seiner nächsten Sitzung wird sich nun der Kreistag mit dem Vorschlag beschäftigen. Ob er sich wirklich durchsetzen kann ist aber aber noch fraglich. „Die CDU wird einen Änderungsantrag stellen“, kündigte Ronny Schult, Vorsitzender des Umweltausschusses an. Seine Partei wollte sich nicht gleich nur auf eine Variante festlegen, sondern hatte mit einer zweiten geliebäugelt. Die sieht einen Neubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Neuhof bei Parchim vor. Dafür würden dann die Standorte Hagenow und Dargelütz aufgegeben. „Wir hätten es gerne gesehen, dass beide Varianten durchgeprüft werden und wollten uns eigentlich Zeit lassen mit einer Entscheidung“, so Schult. „Der Neubau würde natürlich drei bis fünf Jahre dauern. Das hat offenbar einige Ausschussmitglieder abgeschreckt.“

Vielleicht hatten sie aber auch die Kosten im Blick. Allein der Neubau würde mit mehr als 2 Millionen Euro zu Buche schlagen. Aber auch so hat sich der Ausschuss nicht für die billigste Variante entschieden. Vor allem die Tauschstationen werden nicht nur eine Einmal-Zahlung erfordern. Allein für Miete und Betrieb der Räume rechnet der Ausschuss mit   60  000 Euro Folgekosten pro Jahr. Dazu kämen Lohnkosten für einen Mitarbeiter, der die Stationen betreut.

„Ums Geld geht es aber auch nicht vorrangig“, rechtfertigt sich Schult im SVZ-Gespräch. „Wir wollen das Ehrenamt und die Gemeinden entlasten.“ Der alte Kreisfeuerwehrverband Ludwigslust habe schon vor Jahren einen Tauschraum in Hagenow eingerichtet und das habe sich bewährt. So gut, dass auch Parchim so ein System haben möchte.

Allerdings stehen nun nicht ein oder zwei Tauschräume zur Diskussion, sondern gleich zehn. Um allein einen Raum einzurichten, werden   91  000 Euro veranschlagt. Außerdem steht noch nicht fest, wo diese Stationen eingerichtet werden sollen. „Man müsste dann erstmal schauen, welche Gemeinden bereit wären Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Sicherlich kommen dafür auch nur Standorte mit größeren Feuerwehren in Frage“, so Schult.

Wie auch immer sich der Kreistag entscheide, also ob er die empfohlene Variante gleich durchwinkt oder eine auch eine zweite prüfen lässt, reibungslos wird es nicht ablaufen, meint Schult. „Es wird weiter Diskussionen geben, und nicht jeder wird glücklich sein.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen