Lübtheen : Tatsächlich Frost zur Schafskälte

Mit diesem Laser-Thermometer stellte Werner Habicht am 17. Juni einen Frost von Minus 10,8 Grad in Lübtheen fest.   Fotos: Hirschmann/Privat
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Mit diesem Laser-Thermometer stellte Werner Habicht am 17. Juni einen Frost von Minus 10,8 Grad in Lübtheen fest. Fotos: Hirschmann/Privat

Werner Habicht dokumentiert seit Jahren Wetterdaten und ist erstaunt über die Temperaturentwicklung in diesem Frühjahr

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24. Juni 2015, 21:00 Uhr

Wir alle haben es irgendwie geahnt und gespürt. Der Sommer, so wie er bis heute daher kam, ist einfach zu kalt. Werner Habicht aus Lübtheen kann genau nachweisen, mit welchen Wetterkapriolen sich das Frühjahr verabschiedete. Seit Jahren schreibt er sich die wichtigsten Klimadaten auf, verfolgt Temperaturentwicklung und Niederschlagsmenge. Und dabei ist er gerade erst vor kurzem auf erstaunliche Fakten gekommen. Noch Mitte Juni sank das Thermometer bei ihm zu Hause in Lübtheen in einer Höhe von dreieinhalb Metern auf Minus 10,8 Grad Celsius, am Erdboden herrschte leichter Frost.

Bereits Anfang Mai habe er Bodenfrost registriert. „Am Sonntag, 3. Mai, bin ich auf mein Dach von Werkstatt und Büro gegangen und staunte dort nicht schlecht. Morgens herrschten da oben bis Minus 4,2 Grad Celsius, die Pflastersteine auf dem Hof hingegen hatten Plus 4,4 Grad, da war dann schon die Sonnenwärme drin gespeichert. Im Gewächshaus hatte ich zu diesem Zeitpunkt Plus ein Grad“, blickt der selbständige Handwerksmeister auf den Mai zurück. Dass es in diesem Frühjahr noch kälter werden sollte, konnte man damals nur erahnen.

„Am letzten Tag der Eisheiligen, am 15. Mai, habe ich dann schon fast mein Laser-Thermometer angezweifelt. Auf dem Bürodach herrschten Minus 8,4 Grad Celsius und im Garten auf den Erdbeeren stellte ich dann mit dem Laser bis Minus 2,2 Grad fest. Die Blüte war durch, der Frost hat den Früchten unter den Blättern nicht geschadet“, erinnert sich der Lübtheener. Und dann setzte der Frost Anfang Juni wieder ein, das ist die Zeit der so genannten Schafskälte. „Am 8. Juni herrschte in der Früh auf meinem Bürodach Minus 2,3 Grad Celsius, die tiefste Temperatur lag an diesem Tag in der Luft bei Minus 5,4 Grad“, schlägt der Wetterinteressierte in seinen Unterlagen nach. Angesichts dieser und noch weiterer ungewöhnlicher Frostgrade überprüfte er zunächst sein Thermometer mit Vergleichsmessungen und stellte dabei fest, dass die Messergebnisse ihre Richtigkeit haben.

Die Krönung kam dann nach seinen Worten am 17. Juni, als er auf seinem Büro- und Werkstattdach eine morgendliche Temperatur von bis zu Minus 10,8 Grad Celsius gemessen hat, die Lufttemperatur hingegen war mit Plus 15 Grad da oben relativ mild. „Dass es hier schon einmal solche tiefen Temperaturen auf meinem Dach Mitte Juni gab, daran kann ich mich nicht erinnern“, sagte er. Der Frost auf seinem Dach hängt mit der guten Isolierung des Zwischenraumes darunter zusammen. Die trockene Luft setzt sich bei Windstille in der Nacht ab und kann sich dann nicht so schnell erwärmen. Dennoch ist es schon außergewöhnlich, dass Werner Habicht Mitte Juni noch so starker Frost festgestellt.

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