Bleckede : Swing an der Elbe mit Tukur und Boys

Tukur hilft Ulrich Mayer nach seinem Solo wieder auf die Beine.
Tukur hilft Ulrich Mayer nach seinem Solo wieder auf die Beine.

Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys versetzten mit ihrem Programm „Let’s Misbehave“ das Publikum im Bleckeder Schlosshof in Schwingungen

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06. Juli 2015, 07:00 Uhr

Es fing schon mal etwas ungezogen, beziehungsweise unangezogen an. Ein Herr im Frack rief nach Ulrich Tukur: es sei an der Zeit, endlich anzufangen. Tukur hetzte ohne Hose auf die Bühne, getreu dem Motto des Programms „Let’s misbehave“ - lasst uns uns mal schlecht benehmen. Und ab ging es mit seinen Rhythmus Boys, der „ältestens Boygroup der Welt“: der kurze Kalle Mews am Schlagzeug, der mehr als Zwei-Meter-mann Günther Märtens am Contrabass und Ulrich Mayer mit der Schmalzlocke an der Gitarre, mit dem Stück von Cole Porter. Dabei leicht DaDa als proppere Blondine, Herr im Tütü und Mann ohne Kopf.

Ein warmer Sommerabend und ein entspanntes Publikum im Schlosshof in Bleckede, besser konnte es nicht sein. Bereits zum dritten Mal präsentierten die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ein Open Air Konzert im kleinen Städtchen an der Elbe. Das Konzert fand im Rahmen einer fünfjährigen Kooperation statt und ist das einzige der Festspiele im Nachbarland. Man hoffe sehr auf die Verlängerung dieser so erfolgreichen Kooperation, so Landrat Manfred Nahrstedt bei der Begrüßung.

Mit Ulrich Tukur, Schauspieler, Sänger und virtuos am Klavier und Akkordeon und seinen drei Rhythmus Boys kamen Künstler auf die Schlossbühne, die ihr Publikum sofort im Griff hatten. Nicht nur durch die beschwingten Musikstücke von Cole Porter, Irving Berlin oder Paul Whiteman, Komponisten die hauptsächlich in den 20er und 30 Jahren des vorigen Jahrhunderts sehr populär waren, sondern auch durch die Interpretationen. „Puttin’ in the Ritz“, von Irving Berlin, hundert Mal gehört, aber durch diese Musiker nochmal eine Portion schwungvoller und fetziger dargeboten.

Ulrich Tukur ist inzwischen auch einem breiten Fernsehpublikum sehr bekannt. Er kann exellent unterhalten. Der Schauspieler gründete seine Band schon im Jahr 1995. Zu jedem Musikstück hatte er dessen Entstehungsgeschichte parat oder erzählte eine Stück Musikgeschichte aus dem Leben der Komponisten, Witze aus dem Altenheim mit eingeflochten. Zwischendrin gab es auch mal eine kleine Steppeinlage.

Nach der Pause wieder leicht surreal ein Stück von Karat vom Band, mit Fliegenbrillen, Fliegenklatschen und Gesang. „Everybody loves my Baby“ von Spencer Williams, „The foolish things“ von Benny Goodman, „Georgia on my mind“ von Ray Charles - alles bekannt, alles beliebt aber hier alles spritzig interpretiert. Natürlich wollte das Publikum eine Zugabe. Keinen wundert es, die Boys können auch Rock. Dann ein ganz besonderer Abschluss mit La Paloma. Hafen- und Schiffsgeräusche, man wähnte sich am Wasser, roch es förmlich und das Akkordeon seufzte ganz leise die Sehnsucht nach der Ferne.

Damit der Abschluss nicht zu melancholisch wurde, gab es noch einen drauf. Beim rasanten „Old McDonald had a farm“ sang das Publikum den Refrain und die Musiker machten allerhand Geräusche.

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