Boizenburg : Süßer Einblick in das Berufsleben

Voller positiver Eindrücke verließen Boizenburger Neuntklässler zur Freude der Verantwortlichen das Gelände der Firma CCI. Sie erhoffen sich dadurch Erfolg bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen.
Voller positiver Eindrücke verließen Boizenburger Neuntklässler zur Freude der Verantwortlichen das Gelände der Firma CCI. Sie erhoffen sich dadurch Erfolg bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen.

Boizenburger Firma CCI verspricht sich von Bewerbertagen im Betrieb mehr Erfolg bei der Gewinnung von Auszubildenden

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28. Januar 2020, 20:00 Uhr

Die Besetzung von Ausbildungsplätzen ist für viele Betriebe eine der mitunter größten Aufgaben dieser Zeit. Berufsmessen, die vielerorts wie Pilze aus dem Boden schießen, sollen dahingehend etwas Abhilfe schaffen. Die Problematik hierbei ist allerdings, dass zu viele Aussteller um die Heranwachsenden buhlen, welche wiederum sich zum Teil nur um Informationen über mögliche Berufe bemühen, weil sie von ihren Eltern dazu getrieben wurden. Das sind nicht die besten Voraussetzungen – sowohl für die Jugendlichen als auch für die Betriebe.

Diese Erfahrung hat auch Patrik Meixner gemacht. Er ist der Betriebsleiter der Continental Candy Industries (CCI) in Boizenburg. Im Jahr 1991 als „Gummi Bear Factory“ gegründet firmiert das Unternehmen im Boizenburger Gewerbegebiet seit dem Jahr 2015 unter diesem Namen. Und auch in diesem Betrieb, der Fruchtgummi herstellt, haben sich die Verantwortlichen viele Gedanken darüber gemacht, wie die Firma in den Fokus möglicher Arbeitnehmer gerückt werden kann und frei werdende Stellen schnell mit jungen Menschen besetzt werden können. „Im letzten Jahr kamen wir dann auf die Idee der Bewerbertage“, erzählt Meixner.

Konkret sind das Tage, an denen jeweils rund 25 Neuntklässler der Regionalen Schulen zum Boizenburger Standort kommen, um einmal einen ganz genauen Einblick in das Umfeld und den Aufgabenbereich der Mitarbeiter zu erhaschen.

In dieser Woche kamen von Montag bis zum heutigen Mittwoch die Schüler der Regionalen Schule „Rudolf Tarnow“ in Boizenburg in den Genuss dieses ganz besonderen Unterrichts. Und sie zeigten sich am Ende doch sehr begeistert, auch wenn viele eigentlich ganz andere Vorstellungen von ihrem späteren Beruf haben. Von der Qualitätssicherug über das Lager bis hin zur Produktion, kaum etwas blieb den jungen Menschen verborgen.

„Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass das Aufgabenfeld hier so vielfältig ist“, war dahingehend von den Schülern am Ende der Besichtigung häufig zu hören. Worte, die Patrik Meixner wiederum gerne hört. Will er doch, dass CCI in den Stunden, die die Schüler in der Firma sind, einen bleibenden Eindruck hinterlässt. „Es ist eine Investition in die Zukunft“, ist sich der Betriebsleiter über den nachhaltigeren Effekt der Bewerbertage im Vergleich zu Berufsmessen sicher.

Und er und seine Kollegen gehen in Sachen Zukunftsorientierung noch etwas weiter. So bieten sie für die Siebt- und Achtklässler seit einiger Zeit auch ein Programm zum „Boys & Girls-Day“ an. „Die Tarnow-Schule hat unsere Programm sofort gut aufgenommen. In diesem Jahr kamen die Lehrer sogar auf uns zu und wollten die Führungen vom letzten Jahr wiederholen“, freut sich Partik Meixner. Das zeige ihm, dass ein richtiger Weg, dem Fachkräftemangel zu begegnen, eingeschlagen wurde.

Dabei haben er und seine Mitarbeiter auch schon die ersten Erfolge gefeiert. Wurde doch bereits ein aktueller Auszubildender durch die letztjährigen Bewerbertage gewonnen. Diesem Beispiel könnten nach den Wünschen von Partik Meixner noch viele weitere folgen. Weiß er doch sehr genau, dass ein paar der 90 Mitarbeiter von CCI in Boizenburg demnächst altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden werden. Mechatroniker oder Fachkraft für Lagerlogistik sind hierbei nur ein paar Schlagworte, die dem Betriebsleiter spontan einfallen.

Allen Interessenten gibt er hierbei einen Satz mit auf den Weg. „Fruchtgummi geht immer.“ Er soll verdeutlichen, dass das Gewerbe für junge Auszubildende schon für eine gewisse Zukunftssicherheit steht. Man müsse sich halt immer wieder um das Kreieren neuer Produkte bemühen. Als Beispiel nennt Meixner den aktuellen Trend der veganen Nascherei. Im Umkehrschluss bedeute das zugleich, dass es in dem Gewerbe nie langweilig werde, versucht der Betriebsleiter noch ein Pfund in die Waagschale zu werfen, die sich im Wettstreit um Bewerber zugunsten für CCI in Boizenburg neigen soll.

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