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Deichschau Amt Neuhaus : Sude und Rögnitz bereiten Sorge

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Die Überflutungen an den Nebenflüssen ist das bestimmende Thema bei der zweiten Herbstdeichschau.

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 12:00 Uhr

„Heute wird wieder viel gelaufen“, ist von den Teilnehmern der zweiten Herbstdeichschau im Amt Neuhaus schon vor dem eigentlichen Beginn zu hören. Gut 25 Mitglieder und Gäste des Neuhauser Deich– und Unterhaltungsverbandes (NDUV) sind gestern Morgen in Darchau zusammengekommen, um die Deiche vom Fähranleger bis zur Landesgrenze in Mahnkenwerder abzunehmen. „Das hat sich ja mittlerweile schon herumgesprochen, dass auch gelaufen wird, wenn ich die Schau leite“, begrüßt Wolfram Kallweit vom Landkreis Lüneburg die Anwesenden. „Es ist schließlich eine Deichschau.“

Mit dem Auto auf der Deichkrone zu fahren, sei ohnehin im Moment keine gute Idee, meint dazu Wilhelm Siefert, Verbandsvorsteher des NDUV. „Jedenfalls nicht da, wo es keine Radwege gibt.“ Denn auf dem zu begehenden Abschnitt hat der NDUV die Wälle in diesem Jahr um 30 Zentimeter erhöht. Eine Maßnahme die nach dem Hochwasser 2013 beschlossen und nun umgesetzt wurde. An einigen Stellen ist der Grasbewuchs deshalb noch nicht so stark ausgebildet, dass er den Fahrzeugen stand halten könnte. So setzte sich der kleine Zug der Teilnehmer zu Fuß in Bewegung, vorweg Schauführer Kallweit. Erstes Ziel: Das Café „Gelber Richard“ in Konau, wo es Frühstück und eine Einschätzung zur aktuellen Situation der Deiche geben sollte.

„Die Elbe hat uns dieses Jahr in Ruhe gelassen. Wie wir eben gesehen haben, fließt sie friedlich dahin. Anders ist die Situation an Rögnitz, Krainke und Sude“, so Wilhelm Siefert. Auch der Laaver Kanal mache Probleme und habe im Sommer Flächen überflutet. Die Landwirte in der Gegend seien sauer - eine Aberntung ihrer Flächen sei nicht möglich gewesen.

Dafür sorgte auch die Rögnitz. Ende Juli war der Fluss über die Ufer und die Verwallungen bei Laave getreten, die Feuerwehren versuchten das Wasser mit Sandsäcken abzuhalten. „Die Säcke liegen dort immer noch“, berichtet Siefert. „Wir waren bisher nicht in der Lage sie einzusammeln, und wir wollten es auch noch nicht.“ Natürlich sei der Frust über die Situation groß, nicht nur bei den Landwirten. Man habe deshalb viele Gespräche geführt und sei sich einig, dass Sude und Rögnitz auch bei Starkniederschlägen das Wasser schnell abführen müssen. „Unserer Auffassung nach müssen Inseln und Anlandungen, aus der Rögnitz raus“ erklärt Siefert. „Außerdem denken wir darüber nach, ob die Verwallungen an der Laaver Furt noch die richtige Höhe haben. Sie müssten auch befahrbar sein.“

Darüber hinaus forderte Wilhelm Siefert, den Bergiff „beobachtende Unterhaltung“ an den Flüssen zu überdenken. Seiner Meinung nach müssten Sofortmaßnahmen eingeleitet werden.

Dazu ist aber eine Zustimmung der Naturschutzorganisationen und eine Zusammenarbeit der Länder Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern nötig. Ob die Nachbarn dafür Geld bereitstellen sei noch nicht klar, so der Verbandsvorsteher. Und auch beim Blick ins eigene Portemonnaie muss er feststellen: „Auch wir wissen nicht, wie wir das finanzieren. Wir haben uns deshalb Hilfe vom Landkreis erbeten. Ein weiter so, kann es nicht geben.“

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