Suchthilfe plant Klinik neben Stift

Wirtschaftsausschuss begrüßt Vorhaben / Wird Bau genehmigt, wechselt Tessiner Fach-Klinik in neues Rehazentrum nach Ludwigslust

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08. September 2015, 16:19 Uhr

Noch sind es nur Pläne, die Peter Grosch auf dem Wirtschaftsausschuss am Montagabend den Ludwigslustern vorstellte. Doch wenn alles so läuft, wie sich der Geschäftsführer der Evangelischen Suchtkrankenhilfe MV das wünscht, dann könnte die Fachklinik für Drogenabhängige aus dem Tessiner Schloss bei Wittenburg in vier Jahren in ein modernes Reha-Zentrum nach Ludwigslust umziehen.

Auf der Sitzung am Montag äußerte sich Grosch erstmals öffentlich zu dem Vorhaben. „Die Klinik in Tessin entspricht nicht den Standards, wie sie die Rentenversicherung heute fordert“, sagt Grosch. „Einzelzimmer mit Bad – das werden wir in dem Schloss nie realisieren können.“

Ludwigslust sei eine gute Alternative, so Grosch. Sein favorisierter Standort ist das Gelände des ehemaligen Eierlagers gleich gegenüber vom Krankenhaus. Hier könnte das Reha-Zentrum mit Einzelzimmern für 60 Patienten entstehen. Von der Nähe zum Krankenhaus erhofft sich Grosch Synergieeffekte. „Wir könnten Küche, Wäscherei und Labor gemeinsam nutzen. Unsere Patienten hätten kurze Wege zu den Ärzten. Es gäbe genügend Platz für eine Werkstatt, eine Turnhalle, eine Sportfläche und einen Parkplatz.“ Einkaufsmöglichkeiten, die Nähe zum Bahnhof und gute Verkehrsanbindung für das Fachpersonal - all das würde für den Standort Ludwigslust sprechen, so Grosch im Wirtschaftsausschuss. Dessen Vorsitzender Uwe Langmaack (AfL) hatte den Schweriner zur Sitzung eingeladen. „Es gibt so viele Gerüchte in der Stadt und so viele offene Fragen“, sagt Langmaack. „Gut, dass wir jetzt endlich mehr wissen.“

Langmaack begrüßt das Projekt. „Sechzig Patienten ist doch eine überschaubare Größe“, sagt er. „Alle kämpfen für den Erhalt des Stiftes. Wenn die neue Reha-Klinik dazu beiträgt, dann ist das eine gute Sache.“ Auch Ulrich Görn (B90/Grüne) spricht von „einem Gewinn für die Stadt“ und Maika Friemann-Jennert (CDU) von einer „Stärkung des Standortes“.

Grosch hat bereits eine Bauvoranfrage für das städtische Grundstück gestellt. Noch ist sein Plan aber nicht in trockenen Tüchern: Das Urteil des Lärmschutzgutachters wegen der unmittelbaren Nähe der Klinik zum Bahngleis steht noch aus. Erst wenn dieser aus seiner Sicht das Vorhaben abgenickt hat, werden sich Hauptausschuss und später die Stadtvertretung damit befassen.

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