Boizenburg : Stubentiger suchen ein Zuhause

Katharina Wiener zeigt zwei der 16 Kätzchen.
Katharina Wiener zeigt zwei der 16 Kätzchen.

Boizenburger Tierfreunde brachten Katharina Wiener einen ganzen Schwung kleinen Katzen Die Tierärztin kümmert sich nun liebevoll um sie

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12. Juli 2018, 12:00 Uhr

16 junge Gäste auf vier Pfoten erhielten jetzt von Katharina Wiener Asyl. Die kleinen Katzenkinder sind grau getigert, schwarz-weiß gefleckt und bunt, etwa drei bis 12 Wochen alt und haben eine Gemeinsamkeit: Sie durchlebten alle ein Martyrium und suchen ein liebevolles Zuhause.

Sie können ihre Wartezeit sicher und wohl behütet fressend, spielend und schlafend unter einem trockenen Dach verbringen. Eigentlich sollten Fälle wie diese die absolute Ausnahme in der Tierarztpraxis sein. Dennoch hilft die Boizenburgerin im Verlauf eines Jahres um den 50 Katzen, die von ihren Besitzern erst heiß geliebt und meist nur wenig später von selbigen irgendwo ausgesetzt und so sich selbst und ihrem Schicksal überlassen wurden. Tierfreunde, von denen es glücklicherweise auch in der Fliesenstadt an der Elbe jede Menge gibt, sammeln sie dann häufig auf und bringen sie zu Katharina Wiener in die Fritz-Reuter-Straße 23A der Bahnhofsvorstadt.

Gerade auch von hier würden seit etwa drei Jahren immer wieder zum Teil verwahrloste Kätzchen aufgefunden. Von den aktuell 16 bei ihr gelandeten „Findelkindern“ stammten einmal mehr vier von den Gleisen an der Böschung unweit der Fliesenwerke. Der Rest kam aus allen Teilen der Stadt, wie etwa Siedlung und Küsters Gärten.

Katharina Wiener wird nicht müde, möglichst viele Elbestädter für das Problem mit den Katzen zu sensibilisieren. Oft muss sie zu verschiedenen Gelegenheiten Diskussionen speziell darüber führen, ob es sich im Einzelfall um wilde, ausgesetzte oder um Hauskatzen handelt. Mit der Stadt hat sie eine Vereinbarung. Die deckt zwar kaum ihren Aufwand, den sie für ihre Schützlinge auf Zeit investiert, sie bezeichnet ihn dennoch als ein Stück wahrgenommener Verantwortung. Sie befürwortet übrigens, wilde Katzen anzufüttern. Nur so würden diese zutraulich, ließen sich einfangen und kastrieren. Anders wäre deren Population wohl kaum zu kontrollieren. Um die 600 Katzen hat sie im Verlauf von den elf Jahren ihrer beruflichen Selbstständigkeit so schon behandeln können.

Jetzt hofft sie einmal mehr auf Menschen mit einem großen Herz für kleine Katzen. Ihre jüngsten Gäste kamen innerhalb von nur zehn Tagen und machten ihre Praxis, in der es von Hause aus nur Platz für tierische Patienten geben sollte, quasi mit einem Schlag voll. Die 16 sind entfloht und entwurmt. Bis auf zwei, die sich ein wenig schüchtern verstecken, scheinen sie die Nähe des Menschen zu kennen und zu lieben, sie mögen Streicheleinheiten und sind stubenrein. Auch mit Hunden verträgt sich das Gros von ihnen richtig gut.

Wer sich für eines der Katzenjungen interessiert, die wegen schnell gebildeter Freundschaften sehr gern auch paarweise zu haben sind, meldet sich ganz einfach bei der Tierärztin. In ihrer Praxis ist telefonisch, unter der Nummer: 038847/55546, schnell jemand zu erreichen, um einen Termin zu vereinbaren. Für Katzenfreunde heißt es dann eigentlich nur noch: Angucken, verlieben, mitnehmen.

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