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Deutscher Titelkampf der Jugendwehren : Strohkirchen vor Dabel bei Meisterschaft

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Erschöpft, erleichtert und am Ende glücklich sind die Strohkirchener von der Deutschen Meisterschaft der Jugendwehren aus Niedersachsen zurück. Die zehn Jungen und Vicky als einziges Mädchen schafften es auf Platz 14.

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erstellt am 09.Sep.2013 | 05:44 Uhr

Strohkirchen/Stadthagen | Erschöpft, erleichtert und am Ende doch glücklich sind die Strohkirchener von der Deutschen Meisterschaft der Jugendwehren aus Niedersachsen zurück. Die zehn Jungen und Vicky als einziges Mädchen im Team schafften es unter den 32 Mannschaften auf Platz 14.

Fast wäre die Strohkirchener Jugendwehr am Wettkampftag gar nicht angetreten. Drei Jungs klagten am Vorabend in Stadthagen über Magen-Darm-Beschwerden. "Zwei von ihnen mussten sogar noch spät ins Krankenhaus", erzählt Jugendwart Andreas Dziedo. "Im Prinzip drohte alles zu platzen, weil wir nicht genügend Ersatzleute hatten." Die Strohkirchener, die ihrer Jugendwehr Sonnabendnacht hinterherreisen wollten, überlegten sogar kurz, die Busfahrt abzusagen. "Doch dann konnten die beiden Jungen nachts aus dem Krankenhaus entlassen werden", sagt Dziedo. "Und das Team startete am nächsten Morgen."

Zwar angeschlagen und weit von den Bestleistungen entfernt. Dafür aber hochmotiviert. Denn die 50 Fans aus Strohkirchen waren doch noch pünktlich in Stadthagen und haben kräftig angefeuert. "Ein großer Dank an alle Mitgereisten und Unterstützer", sagt Dziedo. "Ganz oft waren unsere Schlachtenbummler die lautesten auf dem Platz. Ohne sie sind unsere Erfolge nur die Hälfte wert."

Auch wenn der Wettkampf nicht optimal verlief - es regnete ununterbrochen - ist Dziedo zufrieden mit seinem Team. "Wir haben viel erlebt und werden noch lange von der besonderen Meisterschaft erzählen." Die Mannschaft sei gewachsen und der Zusammenhalt nach so einem Wochenende noch stärker. "Tobias Eichel und ich möchten uns für die guten Leistungen unser Jugendfeuerwehrmitglieder bedanken. Es macht echt riesig Spaß mit ihnen zu arbeiten und Erfolge zu haben. Wir haben Blut geleckt und wollen uns wieder für die Meisterschaften qualifizieren", schreibt der Jugendwart gleich am Abend nach der Rückkehr an die SVZ.

Sein Dank geht auch an Bürgermeisterin Bärbel Romanowski und den Wehrführer Uwe Werner. "Die Erfahrung zeigt, dass ein kompetentes Team hinter den Kulissen echt Welten bewegen kann und viel Last von uns Jugendfeuerwehrwarten nimmt."

Mit einer Gesamtpunktzahl von 1399 lagen die Strohkirchener am Ende noch vor dem zweiten aus MV qualifizierten Team aus Dabel (Platz 20/1385 Pkt). Deutscher Meister wurde die Jugendwehr aus dem niedersächsischen Möllenbeck (1443 Pkt.).

Sprachloser Trainer der Jugendfeuerwehr Dabel

Dass es im Sport nicht nur Siege zu feiern gibt, mussten die ansonsten so erfolgsverwöhnten Dabeler Mädchen und Jungen beim Bundeswettkampf der deutschen Jugendfeuerwehren in Stadthagen bei Hannover schmerzlich erfahren. Das erste Mal in seiner über 20-jährigen Trainerlaufbahn war Jugendwart Frank Werner sprachlos über das Ergebnis seiner Kinder. „55 Sekunden langsamer als im Training, das ist hart“, so Werners Worte nach dem Blackout vom Sonntag. „Ein Teil des Wettkampfes dauert immer nur zwischen ein bis zwei Minuten und der zweite Lauf sechs Minuten plus Knotentakt so um die acht Sekunden. Da sind 55 Sekunden sehr viel Zeit“, so Werner. Dabei hatte man zwei Tage zuvor, beim Testlauf am Freitag, noch die Bestzeit aller 32 Teams hingelegt und wurde in Stadthagen so natürlich als einer der Topfavoriten gehandelt.

Doch Generalprobe und Wettkampf waren diesmal leider zwei Paar Schuhe. „Wir konnten nicht oft für diesen Wettkampf trainieren, da uns der internationale Wettkampf wichtiger ist. Aber hoch motiviert ging es dennoch nach Stadthagen“, suchte Frank Werner nicht nach Ausreden. Der Wettkampf verschlug dann nicht nur – wie gesagt – dem Jugendwart die Sprache, sondern auch den mitgereisten Fans. So wurde der Staffelstab im Eifer des Wettkampfs regelrecht weggeschmissen. So reihte sich Malheur an Malheur – Rang 20 statt des erwarteten Treppchens war die Quittung. Die zweite MV-Vertretung, die Jugendwehr aus Strohkirchen, wurde 14. – der Sieg ging nach Möllenbeck aus Niedersachsen vor Schwarzenbek/SH.

Woran es lag, wird noch ein Thema sein. „Aber es muss auch nach vorn geschaut werden. Ein einzelner hat da nicht Schuld“, so Werner, der sich „Mitschuld an diesem Dilemma“ gibt. Zugleich setzt man sich in Dabel neue Ziele. 2014 ist im hessischen Bad Homburg das abschließende Rennen für die Qualifizierung zur WM 2015 in Portugal: „In Bad Homburg kann ja alles wieder gut gemacht werden“, gibt sich Frank Werner kämpferisch. Und nach der Teilnahme bei der Feuerwehr-Olympiade im Sommer im französischen Mulhouse wollen die Dabeler natürlich auch in Portugal dabei sein.

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