Lübtheen : Streit um teures Rathaus

regionale schule sha

Die Lindenstadt braucht ein neues Rathaus: CDU und SPD kontern FDP-Vorstoß

von
20. November 2017, 05:00 Uhr

Es regt sich Unmut in der Lindenstadt. Stein des Anstoßes: der Verwaltungssitz in Lübtheen. Jüngst war Rüdiger Metelmann, Fraktionsvorsitzender der FDP und Bauausschuss-Vorsitzender in einem Leserbrief an unsere Redaktion vorgeprescht und stellte die Sinnhaftigkeit eines teuren Verwaltungssitzes in Lübtheen infrage. Die zum Teil geförderten 2,6 Millionen Euro zum Aus- und Umbau der alten Schule sieht der Stadtvertreter nicht gerechtfertigt und wünscht sich, dass andere Projekte in den Vordergrund gestellt werden. Beispielsweise der Straßenbau. Ganz allgemein hinterfragt er, ob bei der Größe Lübtheens eine Verwaltung längerfristig überhaupt planbar ist.

Das ruft jetzt die Fraktionen der SPD und CDU auf den Plan, die in der Lindenstadt eindeutig die Mehrheit haben. Bürgervorsteher Thomas Pietz und Bürgermeisterin Ute Lindenau geben hier den Ton an und kämpfen ganz unmissverständlich für das Rathaus in Lübtheen. „Wir wollen hier vor Ort die Stadt als Grundzentrum weiterentwickeln, auch wenn dies aufgrund der infrastrukturell schlechten Lage schwer ist. Eine Zusammenarbeit mit Verwaltungen aus dem Altkreis Hagenow halten wir in einigen Bereichen für vorteilhaft. In der Einschätzung zum Leitbildgesetz für künftige Gemeindestrukturen hat Lübtheen aber gut abgeschnitten, mit den Kosten für die Verwaltung von 181 Euro je Einwohner haben wir im Vergleich zu anderen Kommunen eine sehr günstige Verwaltung“, heißt es einhellig von CDU und SPD.

Eine entscheidende Voraussetzung für die Erhaltung des Verwaltungsstandortes sei ein zeitgemäßes Verwaltungsgebäude. Die Lübtheener hätten leider nicht die Möglichkeit das jetzige Rathaus barrierefrei zu betreten. Zudem genügten die sanitären Einrichtungen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Bauexperten seien sich derzeitig einig, dass sich der momentane Standort in der Salzstraße nicht zu einem modernen und barrierefreien Verwaltungssitz umbauen ließe.

„Mit der alten Schule in der Amtsstraße steht ein Gebäude zur Verfügung, das sich gut als Verwaltungsgebäude eignet. Auch Landesbehörden haben bereits signalisiert, einzelne Räume nutzen zu wollen. Das für Lübtheen sehr prägnante Gebäude in der Ortsmitte mit Parkplätzen direkt auf dem Hof, kann so dauerhaft einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden“, heißt es von den starken Fraktionen. Dabei soll der Umbau der Schule so sparsam wie nötig und unter Nutzung aller Fördermöglichkeiten erfolgen. Die Breitseite von Rüdiger Metelmann weisen Ute Lindenau und Thomas Pietz unter Berufung auf die Mehrheit der Stadtvertreter jedenfalls entschieden zurück.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen