Darchau : Streit um Sanierung des Grenzturms

Zurzeit ist der Turm kaum trockenen Fußes zu erreichen, das Vorland ist überschwemmt. Foto: Maria Nielsen
Zurzeit ist der Turm kaum trockenen Fußes zu erreichen, das Vorland ist überschwemmt. Foto: Maria Nielsen

In diesem Jahr sollte mit der Sanierung des Turms begonnen werden. Er soll als Aussichts- und Beobachtungsturm dienen, sowie eine Schau zum Grenzregime an der ehemaligen innerdeutschen Grenze konzipiert werden soll.

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29. Februar 2012, 09:43 Uhr

Darchau | "Ein Turm und seine Möglichkeiten - Gemeinde plant, mit Hilfe von Fördermitteln den Grenzturm in Darchau zu sanieren" titulierte SVZ am 5. Dezember 2008 auf der Neuhaus-Seite. Im Artikel wird die Zusammenkunft von Vertretern der verschieden Institutionen beschrieben, die sich darüber einig waren, dass man dieses Projekt vorantreiben sollte: die untere Denkmalbehörde des Landkreises, die Landesdenkmalbehörde, die Gemeinde, das Haus des Gastes, die Biosphärenreservatsverwaltung und Carsten Junge von der Sparkassenstiftung war auch da.

Inzwischen sind die Planungen soweit vorangetrieben, dass in diesem Jahr mit der Sanierung begonnen werden könnte, die Fördermittel könnten aus dem Leader-Programm eingeworben werden, die Ausnahmegenehmigung der Biospärenreservatsverwaltung zur Sanierung liegt vor (der Turm liegt im C-Gebiet des Biosphärenreservats). Der Turm sollte zum einen als Aussichts- und Beobachtungsturm dienen und zum anderen sollte eine Ausstellung konzipiert werden, die sich mit dem Grenzregime an der ehemaligen innerdeutschen Grenze befasst.

Im Sommer vor zwei Jahren wurden mit Mitteln aus dem Förderprogramm "Grünes Band" Sicherungsmaßnahmen am Turm durchgeführt. Eine Ausspülung wurde aufgefüllt und der Turm so gesichert, dass er danach betretbar ist und saniert werden könnte. Ein Fahrweg geht vom Turm zum neuen Deich.

Doch das Projekt stößt bei der Gruppe Die Unabhängigen/FDP nicht auf Gegenliebe. "Die aufzubringenden Eigenmittel in Höhe von gut 50 000 Euro können anderweitig besser verwendet werden", äußerte sich dazu Thorsten Knebusch in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur. Die Mitglieder des Bauausschusses der vergangenen Ratsperiode, zu dem Knebusch auch gehörte, hatten in 2010 den Turm besichtigt. Der Bauunternehmer ist sich sicher, dass der Turm dort noch 30 Jahre so stehen würde, ohne das etwas passiert. Manfred Ruffing widerspricht und sieht das Denkmal gefährdet. Er ist der Meinung, dass der Turm saniert werden muss und das eine Nutzung als Beobachtungs- und Aussichtsturm und Ausstellungsort zur Grenzgeschichte sehr gut passt zu den übrigen Punkten zur Grenzhistorie in Konau und Popelau.

Auch der Landkreis befürwortet die Sanierung, wie aus eine Gespräch mit erstem Kreisrat Jürgen Krumböhmer zum Haushalt der Gemeinde hervorging. Allerdings möchte der Landkreis, dass nach einer Sanierung der Turm in eine private Unterhaltung übergeht, sodass die Gemeinde keine Folgekosten zu tragen hat. Hier aber beißt sich die Geschichte. Denn wie einmal angedacht im Turm eine kleine Versorgung für Radfahrer und andere Besucher vorzuhalten, genehmigt die Biosphärenreservatsverwaltung nicht. Doch ohne so eine Möglichkeit, mit dem Turm auch Geld zu verdienen wird sich natürlich kein privater Betreiber finden lassen.

Die Förderanträge sollen trotzdem gestellt werden, damit keine Fristen versäumt werden. Noch ist ja nicht klar, wie sich die Ratsmehrheit zu diesem Projekt stellt.

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