Jugendwehr lehnte erneute Notlösung ab : Streit: Kein Osterfeuer in Hagenow

<strong>So sah es beim Osterfeuer </strong>2011 aus, in diesem Jahr wird es keines geben. <foto>Archiv</foto>
So sah es beim Osterfeuer 2011 aus, in diesem Jahr wird es keines geben. Archiv

Während nahezu jedes Dorf sein eigenes Osterfeuer in den kommenden Tagen anzündet, wird es in Hagenow keines geben. Hintergrund ist der seit langem schwelender Streit zwischen der Jugendwehr und der Stadtverwaltung.

svz.de von
25. März 2013, 07:41 Uhr

Hagenow | Während rundum nahezu jedes Dorf sein eigenes Osterfeuer in den kommenden Tagen anzündet, wird es in Hagenow keines geben. Zum ersten Mal seit Jahren. Hintergrund ist der seit langem schwelender Streit zwischen der Jugendwehr und der Stadtverwaltung um die geeignete Fläche für das Feuer. Am Ende hatte die Jugendwehr um Mario Brandt die Nase voll und sagte die Veranstaltung komplett ab. Somit wird es zu Ostern nur am Sonnabend im Ortsteil Hagenow-Heide ab 18 Uhr ein Feuer geben.

"Irgendwann ist es auch mal gut. Wir reden seit vier Jahren darüber, dass es auf der bisherigen Fläche eigentlich nicht geht. Dann wird immer gesagt, dass wir uns gleich nach Ostern hinsetzen, und dann passiert wieder nichts. Als absehbar war, dass wir wieder auf die eigentlich viel zu nasse Fläche sollen, habe ich abgesagt. Darüber ist bei uns niemand froh, schon gar nicht die Kinder und Jugendlichen. Aber es ging nicht anders und es bleibt auch dabei", so Jugendwehrführer Mario Brandt.

In der Stadtverwaltung überwog dagegen die Enttäuschung über das Nein der Jugendwehr. "Wir waren vorbereitet, hätten das Osterfeuer auf der bisherigen Fläche durchführen können", erklärte Ordnungsamtsleiter Matthias Lidzba gegenüber unserer Redaktion. Der Bauhof hatte bereits Holz gesammelt. Er habe die Reaktion der Wehr nicht verstanden. An der Unterstützung durch den Bauhof habe es ja auch nicht gelegen, sagte Feuerwehrmann Brandt dazu. Die Zusammenarbeit sei in dem Bereich sogar sehr gut. Es gehe um das Prinzipielle. "Die Fläche, auf der wir das seit Jahren machen, ist sonst ein Maisacker und eigentlich zu moddrig. Jedes Dorf in der Umgebung hat einen besseren Platz, auf dem man vernünftig stehen kann und wo man gut und sicher an das Feuer herankommt." Die Alternative liegt auf der anderen Seite der Zufahrtsstraße zum Parkplatz in der Nähe der Teichstraße. Es geht um ein verwildertes Gartengelände, dass die Feuerwehr auch selbst beräumt hätte. Doch der Kauf der Parzellen gestaltete sich nach Darstellung der Stadt schwierig, zu schwierig. Vor allem weil es wohl um eine Eigentümergemeinschaft geht, an die man nur schwer herankommt. Andere Auskunft der Stadt, es sei zu aufwändig.

Mario Brandt war schon so verzweifelt, dass er selbst versuchte, die Eigentümer ausfindig zu machen, ohne Erfolg.

Bürgermeisterin Gisela Schwarz präsentierte gestern auf Nachfrage unserer Redaktion eine mögliche Lösung. "Die Stadt wird versuchen, ein Teil der Fläche zu kaufen, auf der das Osterfeuer bisher stattfand. Da geht es um einige Hundert Quadratmeter, das halte ich für lösbar. Alles andere wäre zu teuer und aufwändig geworden."

Brandt, der auch diesen Lösungsvorschlag mit eingebracht hat, hofft da auf Tempo in der Stadtverwaltung. "Wenn es so kommt, werden wir versuchen, den Boden schnell vernünftig zu befestigen. Vielleicht können wir da ja schon im Herbst ein Feuer für die Hagenower veranstalten und im kommenden Jahr dann das Osterfeuer wieder ein wenig größer aufziehen. Durch den ganzen Streit sind ja in den vergangenen Jahren schon viele verunsichert worden, was sich ja auch in den Besucherzahlen ausgedrückt. Ich denke, das lässt sich wieder umkehren, denn eigentlich wollen die Hagenower ja ihr Osterfeuer."

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