Inklusive Schulen : Streit im Kreistag um Inklusion

Kurz vor der Sitzung: Landrat Nahrstedt begrüßt einige Kreistagsmitglieder.
Kurz vor der Sitzung: Landrat Nahrstedt begrüßt einige Kreistagsmitglieder.

CDU-Antrag auf Erhalt der Förderklassen für Sprachheilschüler abgelehnt / Inklusive Schule für alle Schüler ist das erklärte Ziel

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18. März 2014, 12:21 Uhr

Schulpolitik ist Ländersache, aber um Schulpolitik und das große Thema Inklusion, also das gemeinsame Beschulen von Kindern mit und ohne Handicap, ging es während der jüngsten Kreistagssitzung am Montag. Es wurde heftig diskutiert über einen Antrag der CDU/Bündnis 21 RRP-Fraktion. Die wollte eine Resolution verabschieden, in der die Landesregierung aufgefordert wird, Förderschulen mit dem Schwerpunkt Sprache und Sprachheilklassen nicht, wie angekündigt, ab dem Schuljahr 2015/2016 abzuschaffen.

Sie will damit Eltern von Sprachheilschülern unterstützen, die sich gegen die Abschaffung der Sprachheilklassen wehren und fürchten, dass ihre Kinder an einer normale Regelschule nicht die Förderung in dem bisher erfolgten Maße bekommen. Achim Gründel von der SDP hielt dagegen. Inklusion sei ein wichtiges Thema, ein Menschenrecht. Man sollte vom Ziel her denken. Förderschulen sollten irgendwann nicht mehr notwendig sein und nur so lange erhalten bleiben, bis an den Regelschule die erforderlichen Standards zur Förderung aller Schüler erreicht seien. Die Mehrheit aus SPD und Grünen hatte daher einen Änderungsantrag eingebracht. In ihm wird die Landesregierung aufgefordert, die Sprachheilklassen solange zu erhalten, bis in der Regelschule eine fachspezifische Betreuung sicher gestellt ist.

„Wir wollen keine Verschlechterung, wir wollen den Erhalt des Parallelsystems nicht, sondern alle Schwerpunkte in einer Schule“, so Antje Aden-Meyer von den Grünen. Meinhard Perschel (CDU) versuchte, den CDU-Antrag nochmal fachlich zu begründen. Gerade Kinder mit Sprachheilbedarf würden eine besondere Förderung benötigen. Sprachschwierigkeiten würden oft in einer besonderen Entwicklungsphase auftreten und später häufig geheilt, so dass diese Kinder dann auf die Regelschule gehen könnten.

Man stritt sich darüber, ob die beiden Anträge sich überhaupt unterscheiden würden. Gisela Plaschka von der FDP befand die Anträge ähnlich, der von der SPD/Grünen Fraktion sei ein Tick besser. Frank Stoll von der Linken befand, sie würden sich nicht unterscheiden, man werde für den ersten Antrag, also den Antrag der CDU stimmen. Franz-Josef Kamp, Fraktionssprecher der Mehrheitsfraktion, sah gravierende Unterschiede. „Wir müssen die Abschaffung der Förderschulen umsetzen, wenn die Regelschulen fachlich so weit sind. Ihr Antrag verfestigt die bestehenden Verhältnisse.“ Martin Gödecke von den Unabhängigen wunderte sich. „Wir diskutieren was, was nicht unsere Angelegenheit ist. Ich sehe mich gar nicht in der Lage, das zu beurteilen. Ich kann nur hoffen, dass es um das Wohl der Kinder geht.“ Der Änderungsantrag der SPD/Grünen-Fraktion wurde mehrheitlich beschlossen.

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