zur Navigation springen
Hagenower Kreisblatt

22. November 2017 | 03:12 Uhr

Streik - am Montag kein Unterricht

vom

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2013 | 07:17 Uhr

Hagenow | Wegen des Lehrerstreiks werden am Montag in der Region sämtliche Schulen geschlossen bleiben. Lediglich im Grundschulteil der Hagenower Europaschule läuft der Unterricht nach Plan. "Wir wissen aus Erfahrung, dass es für viele Eltern nicht leicht ist, ihre Kinder an diesem Tag woanders unterzubringen", sagt Schulleiterin Sabine Janitz. "Auch wenn wir auf der Seite der Streikenden stehen, soll der Streik nicht zur Bürde für Eltern werden." Im Regionalschulteil der Europaschule und in der Heinckeschule werden Lehrer da sein, die die Schüler notfalls betreuen können, während die Kollegen in Schwerin vor dem Schloss demonstrieren.

Etwa 1700 Lehrer arbeiten im Schulamtsbezirk Schwerin. Daniel Taprogge von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rechnet mit mehr als 1000 Streikenden, die sich am Montag mit Bussen und Bahnen auf den Weg nach Schwerin machen. Die Lübtheener fahren mit dem Zug, die Hagenower und Zarrentiner nutzen die Busse, die die GEW an diesem Tag bereitstellt. Vor der Abfahrt stellen sich viele Kollegen am frühen Morgen mit Plakaten und Streikwesten vor ihre Schulen. "Wir werden uns schon gut bemerkbar machen", sagt Heide Kretzschmar, die Schulleiterin aus Zarrentin. 25 ihrer 27 Kollegen streiken an diesem Tag, längst nicht alle sind Mitglied der GEW. Sie bekommen kein Streikgeld und nehmen den Lohnausfall in Kauf. "Uns geht es gar nicht mal so sehr ums Geld", sagt die Schulleiterin. "Es geht vielmehr darum, dass man Lehrkräften als einzige Gruppe im öffentlichen Dienst die tarifliche Eingruppierung nicht mehr verweigert." Grund- und Regionalschullehrer sollten nicht schlechter gestellt sein als Angestellte mit der gleichen akademischen Ausbildung. "Wir brauchen neue junge Kräfte im Land", sagt sie. "Das geht nur mit besseren fairen Bedingungen." Auch Hilka Ewert, Schulleiterin der Mühlenteichschule in Hagenow, unterstützt ihre Kolleginnen im Arbeitskampf. "Ich verstehe die Forderungen voll und ganz", sagt sie. "Der Lehrerberuf muss attraktiver werden, damit junge Leute auch weiter den Beruf erlernen wollen."

Auf dem Streik am Montag fordert die GEW zudem eine Erhöhung der Gehälter um 6,5 Prozent und einen Anspruch auf 30 statt bisher 26 Urlaubstage. Laut Daniel Taprogge ruft die Gewerkschaft jedes zweite Jahr landesweit zu Streiks auf, die zwangsläufig auch zu Schulausfall führen. Der Lübtheener Lehrer Andreas Cordt hat in den zehn Jahren seiner Schulleiterzeit drei Streiks miterlebt. "Jedes Mal haben sich die Tarifstreiks ein bisschen gelohnt", sagt er. Dennoch sei es ein "Unding", dass Lehrkräfte in MV über Jahre auf 700 Euro im Monat verzichten müssen. Dass MV jetzt ankündigt, seine Lehrer zu verbeamten, sei längst überfällig. "Endlich", so Cordt, "geht es in die Richtung, dass auch junge Lehrer bei uns verbeamtet werden."

Der am Montag beginnende Streik wird in der Woche auch in den anderen Schulamtsbezirken fortgesetzt. Für Mittwoch, den 6. März, kündigt die GEW einen landesweiten Streiktag an. Dann könnte auch im Schweriner Schulamtsbezirk noch einmal die Schule ausfallen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen