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Hagenower Kreisblatt

23. Oktober 2017 | 08:29 Uhr

Hagenow : Stoffmixerei: Aus Alt mach Neu

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Arbeitslosenzentrum Hagenow will mit eigenem Projekt Flut von Plastiktüten eindämmen. Neue Beratungsangebote seit Jahresbeginn

von
erstellt am 12.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Die Stoffmixerei im Arbeitslosenzentrum in Hagenow macht ihrem Namen alle Ehre. Monika Puls und Daniela Oelsch verschaffen alten und gespendeten Textilien ein neues Aussehen und geben ihnen damit eine neue Funktion.

„Aus der Kleiderkammer verarbeiten wir die unterschiedlichsten Stoffe, beispielsweise von Kittelschürzen, Vorhängen oder Bettbezügen, vor allem zu Tragetaschen, die wir dann wieder in unseren Außenstellen in den Umlauf bringen“, ist von Waltraud Krüger, der Leiterin des Arbeitslosenzentrums, zu erfahren.

Worum geht es? Der Umwelt zuliebe will das Arbeitslosenzentrum in Hagenow mit diesem Projekt von den bisher allseits gebrauchten Plastiktüten wegkommen.

„Die Tragetaschen nutzen wir dann bei uns in der Kleiderkammer in Hagenow, in Wittenburg und in Lübtheen. Wir wissen, dass diese Taschen vor Ort sehr gut nachgefragt werden. Wir bekommen immer wieder Nachbestellungen“, ist weiter von der Chefin des Hauses zu erfahren. Die Taschen erhalten die Besucher der Kleiderkammern und der Möbelbörse für einen kleinen Unkostenbeitrag.

Die beiden Frauen, die in der Stoffmixerei an der Nähmaschine diese Verwandlung der Textilien vollziehen, haben sich inzwischen sehr gut eingearbeitet. Dieses Projekt wurde vom Arbeitslosenzentrum für ein Jahr beantragt und läuft seit dem Herbst des vergangenen Jahres. Unterstützt werde das Vorhaben vom Jobcenter.

Für Monika Puls ist das Nähen beispielsweise eine völlig neue Erfahrung. „Ich habe noch nie zuvor an einer Nähmaschine gesessen. Wir hatten vor, zu Hause das Nähen an der Maschine zu erlernen, und wir hatten uns sogar schon eine Maschine zugelegt. Dann ergab sich die Möglichkeit der Stoffmixerei für mich, und ich habe das Nähen schneller erlernt als ursprünglich gedacht“, plaudert Monika Puls aus dem Nähkästchen.


Neu im Haus der sozialen Dienste


Zu den weiteren Angeboten im Arbeitslosenzentrum in der Möllner Straße gehört die Lesestube, die von der Öffentlichkeit sehr gut angenommen werde. Sabine Müller und Manuela Schröffel kümmern sich um dieses Projekt. „Aus dem Projekt ,Keiner bleibt allein’, das in der Lesestube angesiedelt ist, wird sich jetzt sogar eine Selbsthilfegruppe bilden. Einsame Menschen, die das Gespräch suchen und mit anderen Menschen zusammen sein wollen, werden sich in der Gruppe treffen“, erzählt Waltraud Krüger.

Wer Lust hat, sich dieser Selbsthilfegruppe anzuschließen ist nach ihren Worten willkommen. Treffpunkt ist die öffentliche Lesestube im Haus der sozialen Dienste in der Möllner Straße, dort gibt es auch die Informationen zur Gruppe.

Besonders gefragt sind in der Möbelbörse in der Steegener Chaussee vor allem Erstausstattungen, wie Betten, Couchgarnituren, Sessel, Tische, Stühle und Schränke. Weil der Nachfrage in den vergangenen Monaten so angestiegen ist und vor allem, um die Wartezeiten der Spender zu verringern, habe sich die Möbelbörse ein zweites Fahrzeug zugelegt.

Neu im Haus der sozialen Dienste ist zudem das Angebot der Verbund für Soziale Projekte – VSP gGmbH aus Schwerin mit dem Projekt HELLP, die gemeinsam mit der GiP GmbH aus Ludwigslust ein spezielles Beratungsangebot für Arbeitsmigranten aus den EU-Mitgliedsstaaten und deren Familienangehörigen, u.a. aus Polen und Rumänien, vorhalte.

„An jedem ersten und dritten Mittwoch im Monat sind in der Zeit von 9 bis 14 Uhr Ansprechpartner der VSP gGmbH im Haus präsent und beraten zu allen Fragen, die das hiesige Rechts-, Gesundheits- und Bildungssystem betreffen, ebnen die Zugänge zu den passenden Ansprechpartnern vor Ort und begleiten bei der Problemlösung“ sagt Ronald Klinger, Berater bei VSP.

Für die im Landkreis dominierenden Sprachen des östlichen EU-Raumes arbeiten auch Muttersprachlerinnen mit. Die VSP gGmbH bietet darüber hinaus auch Beratung zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse an. Das Projekt HELLP werde von der EU und vom Landkreis Ludwigslust-Parchim gefördert.

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