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Große Maräne : Stirbt das Zarrentiner Wappentier nun bald aus?

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Fischer, Naturschützer und Wissenschaftler wollen mit neuem Projekt in den nächsten zehn Jahren stabilen und nachhaltig befischbaren Maränen-Bestand etablieren. Rund 130 000 Euro stehen ihnen zur Verfügung.

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erstellt am 03.Sep.2014 | 15:39 Uhr

Steht es um die Große Schaalseemaräne, die ja auch das Wappentier der Stadt ist,  derzeit wirklich so schlimm, dass sie  bald aussterben wird?

„Nein, sie stirbt nicht aus, ist in ihrem Bestand aber sehr gefährdet“, sagt nachdenklich, aber bestimmt Diana Rehbohm, die Schaalseefischerin. Im letzten Jahr habe sie gerade mal noch elf Kilogramm dieses begehrten Speisefisches gefangen, berichtet die 43-Jährige weiter. „Die genauen Gründe für den Rückgang kennen wir noch nicht. Wenn wir jetzt pro Woche noch zwei bis drei Große Maränen fangen, können wir uns glücklich schätzen.“ Über zwei Jahre lang habe sie Untersuchungsmaterial wie Schuppen, Kiemenbogen, Herz und Eingeweide der Edelmaräne an die Uni Rostock weitergeleitet. „Außerdem haben wir die Tiere gewogen und vermessen.“

Da das  Flossentier sogar auf der Roten Liste der Süßwasserfische als extrem selten und stark gefährdet geführt wird, wollen  nun Fischer, Naturschützer und Wissenschaftler  mit einem neuen  Projekt   in den nächsten zehn Jahren  einen stabilen und nachhaltig befischbaren Schaalseemaränen-Bestand etablieren. Dafür stehen ihnen aus Mitteln der Fischereiabgabe der Länder Mecklenburg-Vorpommern  und Schleswig-Holstein  rund 130 000 Euro zur Verfügung. Den Anstoß für dieses Projekt gab das Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee.

„Seit 1870 wurden Maränen in den See eingesetzt, die hier eigentlich nicht hingehören“, erklärt Klaus Jarmatz, der Leiter dieser Behörde. „1932 wurden Maränen aus dem Schaalsee in den Drewitzer See bei Alt Schwerin gesetzt. Dort hat sie in ihrer genetischen Ursprünglichkeit überlebt.“ Durch gezielte und verstärkte Befischung des jetzigen Großmaränenbestandes, den Kauf von klar definierten Laichfischen aus dem Drewitzer See, dem Aufbau von Brutkapazitäten, vorgestreckten Besatzfischen aus den Brütlingen der Schaalseemaräne sowie etlichen Schonungsmaßnahmen im Anschluss soll Zarrentins Wappentier wieder neu eingebürgert und im Bestand gesichert werden.

„Es wäre ein Traum, wenn wir die ursprüngliche Edelmaräne neu angesiedelt bekämen. Nicht nur Einheimische, sondern besonders Touristen fragen immer wieder nach ihr, weil sie einfach ein schmackhafter Fisch von einem halben bis einem Kilo Gewicht ist“, hofft Diana Rehbohm für die Zukunft auf den Erfolg dieses groß angelegten Vorhabens. Die Fischer des Schaalsees unterstützen es, indem sie seit 2001 keinen Besatz  der Großen Maräne mehr in das Gewässer gebracht haben, um die  Durchmischung nicht noch weiter voranzubringen.

„Wir als Stadt werden das Projekt auch mit allen Möglichkeiten, die wir haben, unterstützen“, verspricht Bürgermeister Klaus Draeger. Es müsse alles daran gesetzt werden, diesen traditionsreichen Fisch im See zu bewahren. „Denn wir möchten nicht erleben, dass die Schaalseemaräne vielleicht irgendwann aus unserem Stadtwappen gestrichen werden muss. Allein die Vorstellung geht gar nicht.“

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