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Pritzier: Jahrelang fließt Silage in Gräben : Stinkender Silosaft - Landwirt will nachbessern

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Gestank und Flusen in den Gräben haben in Pritzier für Gesprächsstoff gesorgt. Sickersaft aus den Silos des Landwirtschaftsunternehmens "Gut Pritzier Milchproduktion" fließt seit Jahren ungehindert in die Gewässer.

Pritzier | Gestank und Flusen in den Gräben haben in Pritzier für Gesprächsstoff gesorgt. Sickersaft aus den Silos des dort ansässigen Landwirtschaftsunternehmens "Gut Pritzier Milchproduktion" fließt seit Jahren ungehindert in die Gewässer. Dabei schreibt das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes vor, dass für Abflüsse aus solchen Anlagen ein Auffangbecken vorhanden sein muss, wie Dietmar Timpel von der Unteren Wasserbehörde auf Nachfrage mitteilte. Wiebe Vanhes, der 2. Geschäftsführer des holländischen Betriebes, habe sich von Anfang an kooperativ gezeigt. "Wir werden noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten beginnen", bestätigte der Landwirt.

Wenn das Wetter mitspiele, werde die alte LPG-Anlage mit den maroden Entwässerungssystemen auf den neuesten Stand gebracht, wie Nachbar und beauftragter Bauherr Jens-Peter Zeyn sagte. "Die Pläne liegen vor und werden der Behörde noch einmal vorgelegt." Für etwa 40000 Euro sollen neue Rohrleitungen mit acht Zulaufpunkten entstehen, samt Edelstahlpumpe und einem beständigen Schacht, von dem aus der Silosickersaft in die Güllesilos fließt und später abtransportiert werden kann.

Da der Sommer in diesem Jahr sehr verregnet gewesen sei, habe man vermehrt den Geruch der Silos wahrgenommen, erklärt Landwirt Wiebe Vanhes. Besonders das Gras-Silo sei sehr nass gewesen, wodurch mehr Saft in den offenen Schacht und anschließend in die Gräben geflossen sei. Von hellen Flusen auf dem Wasser haben Anwohner berichtet. "Bei trockener Silage wäre das nicht passiert", sagt Wiebe Vanhes.

Kein Einzelfall in der Region

Behördenmitarbeiter Dietmar Timpel hat sich den Hof in Pritzier angeschaut und er sagt, dass dies kein Einzelfall in der Region ist. Der zuständige Sachbearbeiter für wassergefährdende Stoffe berichtet von drei bis vier Fällen pro Jahr, die an ihn herangetragen werden. "Allerdings werden auch nicht alle angezeigt", bemerkt Timpel. Hinzu komme, dass viele Silos abgeschieden außerhalb der Orte lägen. Zwar würde das Amt solche Anlagen auf die vorgeschriebene Bauart hin überprüfen. Aufgrund der Masse der Anlagen sei die Behörde aber auf Hinweise angewiesen.

Denn bei übermäßiger Zufuhr von Silosickersaft und anderen Eintragungen aus der Landwirtschaft, "können die Gewässer schnell umkippen", erklärt Timpel, womit sämtliches Leben ausgelöscht werde. Wenn allerdings der Eintrag wieder unterbunden wird, könne sich das Gewässer auch schnell wieder erholen. So auch die Gräben in Pritzier, die weiter über den Schwechower Bach und den Langenheider Bauerngraben fließen, in der Sude münden, welche wiederum in Boizenburg in der Elbe endet.

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erstellt am 05.Dez.2011 | 05:58 Uhr

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