Velo Classico : Stilvoll in die „Heldenrunde“

Detlef Koepke in Ludwigslust mit einem Retrorad.
1 von 2
Detlef Koepke in Ludwigslust mit einem Retrorad.

Am 19. und 20. September kommt mit der Velo Classico eine ganz eigene Radsportveranstaltung in unsere Region

23-11367778_23-66107385_1416391975.JPG von
06. August 2015, 08:00 Uhr

Was Detlef Koepke, René Wasmund und noch eine Handvoll anderer Radsport-Verrückter am 19. und 20. September in Ludwigslust und in der ganzen Region vorhaben, ist mehr als ehrgeizig. Und dennoch sind die beiden Mitorganisatoren der „Velo Classico“ ziemlich optimistisch, dass ihre Sache ein voller Erfolg wird.

Die Idee: Vom Ludwigsluster Schloss aus sollen vom Radfahren begeisterte Menschen auf drei Runden entspannt aber auch durchaus ehrgeizig die Region erkunden können. Und das möglichst mit Stil und in der Tradition des alten Fahrradfahrens. Es geht um die alte Kultur des Radfahrens abseits der heutigen Perfektion mit windschlüpfigen Radsportsachen oder gar indexierter Schaltung.

Und so soll die ganz große Runde von immerhin 150 Kilometern auch ausschließlich mit Retrorädern bewältigt werden. In der Ankündigung liest sich das so: „Zum Anderen die ca. 150 km ,Helden-Runde’ , die auf ungeteerten Straßen das Äußerste von den Teilnehmern abverlangt. Gefahren wird auf alten Stahlrössern mit Rahmenschaltung, offenen Bremszügen, Wolltrikot und selbstredend mit Riemchenpedalen.“

Da aber längst nicht alle Radsportler diese Ausstattung verfügbar haben, werden zwei weitere Strecken vorbereitet, die mit gängigen Rädern der Neuzeit bewältigt werden dürfen. Sie sind 80 und 40 Kilometer lang und sollen trotz ihrer beachtlichen Länge keineswegs den normalen Radfahrer abschrecken. „Wir wenden uns an die Leute, die noch aktiv sind, die Bewegung als Lebensziel begreifen. Und wir gehen entspannt an die Sache heran, denn es gibt keine Zeitbegrenzung. Wir starten zwar alle zusammen in den jeweiligen Feldern. Aber auf den 40 Kilometern ist auch bei Familien mit Kindern soviel Zeit, dass das jeder schaffen kann.“

Zumal es natürlich auch Zwischenstationen zur Verpflegung und Erholung gibt.

Das Ganze ist als Ehrung und Erinnerung an die Stilepochen der Fahrradkultur gedacht. Unter dieser Überschrift „erblühen seit etwa einem Jahrzehnt stimmungsvolle Retro-Rad-Veranstaltungen in ganz Europa, wie die Eroica Italia oder Anjou-Vélo-Vintage in Frankreich. Diese warten mit diversen Runden durch wunderbare Natur und historische Orte auf“, werben die gut vorbereiteten Organisatoren auf ihrer Internetseite.

„Alles passiert ohne Zeitnahme, natürlich, um die Freude und das Miteinander in schönster Umgebung zu erleben, werden die Runden gestartet; ganz klassisch mit Karten, die an den jeweiligen Stationen feierlich abgestempelt werden.“

Damit sich niemand verfährt, werden die Strecken möglichst perfekt ausgeschildert. Unterwegs ist jeder Teilnehmer auf sich gestellt und muss sich selbstredend an die Regeln der Straße halten. Denn angesichts der Länge der Strecke lassen sich Absperrungen natürlich nicht organisieren.


Pausen-Stationen


Entscheidend ist und bleibt die Streckenauswahl.

Die Genießer-Runde wird entgegen, die anderen beiden Runden werden im Uhrzeigersinn gefahren.

Auf der kleinen Runde werden in Glaisin im Holundercafé nach 17 Kilometern und in Güritz an der Schleuse nach 34 Kilometern Verpflegungsstellen angeboten.

Bei der 80-Kilometer-Tour, die von den Organisatoren Liebhaber-Runde genannt wird, sind Rastmöglichkeiten an der Lewitz-Schleuse an der Müritz-Elde-Wasserstraße ( 21 km), in Parchim an der Kirche (46 km) und in Grabow im Volkspark (77 km) eingeplant.

Wer die große Runde absolviert, darf in Schwerin nach 47 Kilometern am Bertha-Klingberg-Platz mit Erfrischung rechnen. Die nächste Station folgt dann in Crivitz am Geschwister-Scholl-Platz am See nach 69 Kilometern, in Alt Damerow am Pingelhof nach 92 Kilometern, in Parchim an der Kirche nach 103 Kilometern und in Grabow im Volkspark nach 134 Kilometern.

Soweit der Plan. Die Organisatoren, die Erfahrung z. B. mit der Müritz-Umrundung haben, übten sich in den vergangenen Tagen und Wochen vor allem im Klinkenputzen. Und das offenbar erfolgreich. Schon jetzt sind für die Veranstaltungen zahlreiche Unternehmen aus der Region als Unterstützer gewonnen worden. Schließlich soll es auch bei der Verpflegung und bei der Abendveranstaltung stilvoll zugehen.

Und die Velo Classico soll keine Eintagsfliege in Ludwigslust werden. Wiederholungen sind fest eingeplant. Genauso wie eine Ausweitung des Streckennetzes bis an die Elbe und ihre Radwege. Doch dann wird es schwierig, wenn Ludwigslust Start- und Zielort bleiben soll. Schnell sind da Streckenlängen von 200 Kilometer und mehr erreicht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen