Elbbrücke in Gefahr : „Stellen Sie die Planungen für die Brücke nicht ein!“

Jens Böther (v.l.), Grit Richter und Christoph Maltzan.
Jens Böther (v.l.), Grit Richter und Christoph Maltzan.

Die Bürgermeister aus Neuhaus, Dahlenburg und Bleckede schicken einen Appell an die Kreistagspolitiker

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27. Juni 2015, 16:00 Uhr

„Führen Sie die Planungen für die Brücke zu Ende, lassen Sie dieses Projekt nicht fallen, es ist zu wichtig!“ Die drei Bürgermeister der Gemeinden Amt Neuhaus, Stadt Bleckede und Samtgemeinde Dahlenburg Grit Richter, Jens Böther und Christoph Maltzan richten ihren dringlichen Appell an den Lüneburger Landrat und die Kreistagsabgeordneten der SPD und der Grünen. Denn die Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen im Kreistag hat vor, das Brückenprojekt zu beerdigen. Ein erster Schritt wäre ein empfehlender Beschluss im Wirtschaftsausschuss am kommenden Dienstag und der endgültige Beschluss würde dann im Kreistag am 20. Juli gefasst werden.

SPD/Grüne wollen Schlussstrich ziehen

Nach Ansicht der Mehrheitsgruppe ist das Projekt finanziell für den Landkreis nicht zu stemmen. Der zu erwartende Eigenanteil des Landkreises von über 25 Millionen Euro übersteige bei Weitem seine finanzielle Leistungsfähigkeit. „Somit werden wir die Brückenplanungen mit dem Abschluss des Raumordnungsverfahrens beenden. Einsparende Planungskosten werden wir in die Verbesserung der Fährverbindung geben, so dass die Fährbenutzer finanziell weiter entlastet werden und es zu einer besseren Taktung kommt. In der Fraktion besteht einstimmig die Meinung, unter die Brückenplanungen einen Schlussstrich zu ziehen“ antwortet Gruppensprecher Franz-Josef kamp auf Anfrage.

„Wir haben im Laufe der Jahre gute Gründe für die Brücke zusammengetragen, die will ich nicht alle wiederholen, sie sind uns sattsam bekannt. Die Elbe trennt, und nur über eine Brücke werden wir endlich richtig angebunden. Das Projekt zu diesem Zeitpunkt zu stoppen, ist meiner Ansicht nach falsch“, so Bürgermeisterin Grit Richter. Es wäre ein fatales Signal des Landkreises Lüneburg in seinen Ostkreis.

Der Bleckeder Bürgermeister Jens Böther ist sogar der Meinung, das Projekt jetzt zu beenden, könnte sich als ein historischer Fehler erweisen. „Das einzige Argument, das Landrat und Mehrheitsgruppe vorbringen, sind die Kosten, alles andere ist ausgeblendet. Zum jetzigen Zeitpunkt das Projekt zu beenden, geschieht ohne Not. Es können sich wieder neue Chancen auftun. Man sollte die Planungen fortführen, um dann, wenn sie abgeschlossen sind, alle Wege zu gehen, dass benötigte Geld zu besorgen.“ Im Übrigen wäre das Ergebnis der Bürgerbefragung - 49,5 Prozent stimmten mit Ja, 22,4 Prozent mit Ja mit der Einschränkung der Kostendeckelung für den Landkreis auf zehn Millionen Euro und nur 28,1 Prozent stimmte dagegen - ein klarer Auftrag an die Kreistagsmitglieder, alles zu versuchen, das Brückenprojekt zu realisieren. Er habe derzeit nicht den Eindruck, dass man sich ausreichend bemüht habe, so Böther

Nicht alle technischen Optionen geprüft

„Es sind ja auch noch nicht alle technischen Möglichkeiten hinlänglich in Betracht gezogen worden“, ergänzt Christoph Maltzan und verweist auf die Schöneberger Elbauenbrücke, die anders konstruiert ist und wesentlich kostengünstiger erstellt wurde. Der Verein Brücken bauen hatte dazu Zahlen recherchiert und eine Vergleichbarkeit hergestellt.

Der Tagesordnungspunkt zur Brückenentscheidung ist gesetzt. Am Dienstag wird schon ein Eindruck entstehen, wohin die Reise geht. Der Aufruf der Bürgermeister aus dem Ostkreis ist deutlich: die Planungen für die Brücke dürfen zum jetzigen Zeitpunkt nicht gestoppt werden.

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