Starker Landrat, starker Kreis

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06. April 2018, 16:40 Uhr

Es ging um Breitband,um Arbeitsplätze, um Straßenbau, Radwege, Berufsschulen, natürlich die Südbahn, Glyphosat und Tourismus rund um den Plauer See.

Bei den konkreten Problemen in den Kommunen mag der Grabower Bürgermeister Stefan Sternberg (SPD) die Nase vorn gehabt haben und konnte aus der eigenen Stadt gute Lösungen anbieten, die auch anderswo funktionieren könnten.

Sozial, ob beim Seniorenticket oder dem kostenfreier Schulbus für Berufsschüler, konnte die Links-Kandidatin Jacqueline Bernhardt punkten und versprach manches, an das man sie im Falle ihrer Wahl erinnern sollte.

Auch der CDU-Mann Klaus-Michael Glaser ist ein überzeugter Verfechter des Schülerfreiverkehrs über die Kreisgrenzen hinweg. Als Landrat will er Unternehmen gewinnen, sich statt in Hamburg in Brüel anzusiedeln. Auch das sollte der Wähler im Hinterkopf behalten.

Bei einem Wahlforum wollen die Wähler die Unterschiede bei den Kandidaten spüren. Insofern hat die Debatte nicht enttäuscht. Aber nach der Wahl wollen die Bürger einen Landrat für alle. Egal welche Parteifarbe. Und die Erfahrung besagt auch, dass bei einem starken Landrat bald der Parteihintergrund tatsächlich in den Hintergrund tritt. Das ist in Vorpommern so, wo seit 2001 eine Landrätin der Linkspartei die Verwaltung führt.

Das ist in der Seenplatte so, wo ein CDU-Landrat das Sagen hat. Und es ist in Ludwigslust-Parchim so, wo ein Landrat mit einem SPD-Parteibuch als Vorsitzender des Landkreistages der Landesregierung in den vergangenen Jahren Millionen für die Kreise zusätzlich abtrotzte. Einer SPD-geführten Regierung. Ein Parteibuch kann helfen, aber es wird nicht verhindern, dass ein Landrat für seinen Kreis einstehen muss.

Das Wichtigste dabei ist, dass er auch die Mehrheit der Bürger hinter sich weiß, dass er ihr Mandat hat. Dazu gehört, dass er von einer Mehrheit gewählt wird. Nicht nur von einer Mehrheit von 15 Prozent aller Wähler, von 25 Prozent aller Wähler oder 30 Prozent aller Wähler. Zur Demokratie gehört, Wahlen zu nutzen. Nur mit einem starken Landrat, kann man auch zu einem starken Kreis kommen.

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