zur Navigation springen
Hagenower Kreisblatt

23. Oktober 2017 | 06:29 Uhr

Hagenow : Stadtgeschichte, die erhalten bleibt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Familie Jegminat aus Hagenow saniert das Gebäude des ehemaligen Stadtkruges in der Langen Straße denkmalgerecht

von
erstellt am 03.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Am Haus des ehemaligen Stadtkruges in der Langen Straße 82 begannen umfangreiche Arbeiten. Familie Jegminat aus Hagenow  hat Haus und Grundstück erworben und saniert das Gebäude.

„Aus dem Wunsch heraus ein Grundstück zu haben und dem Mangel, dass es in Hagenow recht wenig geeignete Grundstücke gab, haben wir uns zu dem Vorhaben entschlossen“, erzählt Sven Jegminat im SVZ-Gespräch. Seine Frau Claudia und er wollen das historische Gebäude sanieren.

Architekt ist Ulrich Bunnemann von der Schelfbauhütte Schwerin. Gemeinsam habe man sich das Haus angesehen, das mit zu den ältesten Gebäuden in Hagenow gehört und das als Denkmal ausgewiesen ist.

„Auf der Inschrift im Balken über der Tür ist die Zahl 1730 zu sehen. Ob es sich dabei um das Jahr der Errichtung des Gebäudes handelt, ist nicht ganz klar. Es kann auch sein, dass das Haus etwas später gebaut wurde. 1748 gab es in Hagenow einen großen Stadtbrand, dem sehr viele Häuser  zum Opfer fielen“, ist weiter von Sven Jegminat zu erfahren. Genau Daten haben die Bauherren derzeit noch nicht, die dendrochronologische Untersuchung des Holzes läuft noch. Die Familie habe sich im Frühjahr 2016  entschieden, Haus und Grundstück zu erwerben. Man setzte sich mit dem Sanierungsträger der Stadt in Verbindung, um anhand der Kostenschätzung Fördermöglichkeiten auszuloten.  Es gibt Beispiele in der Hagenower Innenstadt von sehr gelungenen Sanierungen, u.a. an mehreren Stellen in der Hagenstraße.

Historie: Wer war Gastwirt im „Deutschen Haus“
Im Heft 3 von „Fiekn hätt schräbn ut Hagenow“ von Kuno Karls sind die Gastwirte zu finden, die in der Lange Straße 82, arbeiteten. Ab 1894 war es Heinrich Schultze, ab 1897 Carl Seidel, ab 1900 Otto Iwan, dann Walter Vendt, ab 1926 Albert Vendt, danach Erich Jürs als Pächter, nach 1946 Paul Limberg, Paul Fläming. Von 1955 bis 1976 Emil Gebert und seit 1978 Dieter Schwanz.

Anfang Dezember 2016 begannen die Sanierungsarbeiten in der Großen Straße. Familie Jegminat will das Gebäude der  Stadtschenke als Wohnhaus denkmalgerecht sanieren. In der unteren Etage soll u.a. die Rechtsanwaltskanzlei von Sven Jegminat Platz finden. Im übrigen Haus ist Wohnen angesagt.

„Bisher wurde das Hofgebäude zurückgebaut und  wir entfernten Einbauten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie u.a. die Holzvertäfelungen und den Tresen. Außerdem mussten natürlich Sicherungsarbeiten ausgeführt werden, weil einzelne Gefache drohten rauszufallen“, sagt Jegminat weiter mit dem Hinweis, dass  das Gebäude zunächst ein Dach erhält. Das alte Dach sei abgetragen und derzeit mit Folie abgedeckt.

Alle Arbeiten erfolgen in Absprache mit der Denkmalbehörde, was mitunter nicht einfach ist, weil es immer um Kompromisse geht zwischen den Wünschen der Bauherren und den Ansprüchen der Denkmalpflege. „Natürlich ist es manchmal nicht verständlich, dass bestimmte Dinge erhalten werden müssen, die sonst kein Mensch mehr sieht. Denn wir betreiben ja kein Museum, sondern wir sanieren ein privates Wohnhaus“, so Jegminat. Im Gebäude befindet sich beispielsweise ein erhaltenswerter Alkoven, der in die zukünftige Grundrissgestaltung eingebunden bleiben soll ebenso wie eine Upkammer, die auch erhalten werden sollte. Für die Sanierung gibt es für den Bauherren jeweils Teilbaugenehmigungen. So ein Projekt in Angriff zu nehmen, ist in jedem Fall eine Herausforderung.

„Wer weiß, was noch auf uns zukommt, es bleibt ein Abenteuer“, so Sven Jegminat mit der Hoffnung, vielleicht in diesem Jahr das Weihnachtsfest mit der Familie im  Haus feiern zu können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen