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Hagenow : Stadt bittet Anlieger kräftig zur Kasse

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Die Stadt baut die Kastanienallee aus, und die Anlieger werden dafür von der Kommune zur Kasse gebeten. Am Mittwochabend gab es im Rathaussaal dazu die zweite Informationsrunde für Betroffene.

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erstellt am 11.Apr.2013 | 12:05 Uhr

Hagenow | Die Stadt baut die Kastanienallee aus, und die Anlieger werden dafür von der Kommune kräftig zur Kasse gebeten. Am Mittwochabend gab es im Rathaussaal dazu die zweite Informationsrunde für die Betroffenen.

Die Planungen sehen vor, dass die Anliegerstraße zwischen der Hagenow-Heider Chaussee und der Lindenallee auf der Gesamtlänge von 410 Metern ausgebaut werden soll. Die neue Straße bekommt eine Breite von 3,50 Meter, hinzu kommt ein Bürgersteig mit einer Breite von 1,50 Meter. Die Stadtwerke erneuern in diesem Zuge die Versorgungsleitungen, und die Kommune wird in dieser Anliegerstraße bei der Straßen- und Gehwegbeleuchtung ein LED-Pilotprojekt starten, wie Dirk Wiese von der Stadtverwaltung zu den Anliegern an diesem Abend sagte. 14 neue LED-Lampen sollen aufgestellt werden, die einen Kostenumfang von 55 000 Euro haben, eine Ausstattung ohne LED würde übrigens 53 000 Euro kosten. Da es sich bei der Kastanienallee um eine Anlieger straße handelt, wird die Stadt die Eigentümer der Grundstücke für die Begleichung eines Großteils der Baukosten in die Verantwortung nehmen, wurde auf der Info-Runde von Seiten der Stadt bekräftigt. Und die Baukosten liegen zwischen 360 000 Euro für die Variante mit den Pflastersteinen und 370 000 Euro für die Asphalt-Variante zuzüglich der entstehenden Nebenkosten. Bei der Wertermittlung, erläutert Dirk Wiese weiter den Anwohnern, sei man auf einen Betrag von rund zehn Euro pro Quadratmeter Grundstück gekommen, der umgelegt werden könne.

Da die Grundstücke dort zwischen 1000 und 1500 Quadratmeter groß sind, müssen sich die Eigentümer auf eine Rechnungssumme je nach Grundstücksgröße zwischen 10 000 und 15 000 Euro als Anliegerbeitrag für die Straßensanierung einstellen, die sie nach Fertigstellung an die Stadt Hagenow zu zahlen haben werden. Damit decken die Bewohner der Kastanienallee 75 Prozent der Baukosten ab, 25 Prozent finanziert die Kommune, wenn der Haushalt beschlossen wird. Die Anlieger müssen nach den bisherigen Planungen auf Parkplätze vor ihren Haustüren verzichten, da die jetzt nicht berücksichtigt seien, hieß es. Mit einem Baubeginn kann noch im Sommer gerechnet werden, bestätigte Dirk Wiese den Hagenowern.

Kosten für LED-Anlage sind den Anliegern zu hoch

Die zeigten sich in der anschließenden Fragestunde enttäuscht, dass im Vergleich zur ersten Planungsvariante so wenig Einsparung erzielt wurde. Lediglich 9000 Euro seien da zusammengekommen, dieser Betrag sei angesichts der Gesamtkosten von rund 370 000 Euro lächerlich, hieß es aus dem Publikum am Abend. Außerdem können es die meisten Anlieger nicht nachvollziehen, dass im Zuge der Straßenerneuerung die Kosten für die LED-Lichtanlage mit 55 000 Euro so hoch ausfallen. Hier werde von Seiten der Stadt versucht, auf Kosten der Privatleute ein ambitioniertes Pilotprojekt umzusetzen. Wenn es der Kommune mit dem LED-Licht so wichtig sei, hieß es von Bürgern, dann soll sie doch einen großen Anteil dafür übernehmen. Grundlage für die Berechnung sei nach den Worten von Dirk Wiese die Straßenausbau-Beitragssatzung. Danach werden die Straßen eingeordnet, die Kastanienallee ist eine Anliegerstraße. Hinzu kommt, dass die Stadt für diese Arbeiten keine anderen Fördermöglichkeiten hat.

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