Hagenow : „Spurensuche“ zum 25. Jubiläum

Edeltraud Rüß, Almuth Grätsch, Henry Gawlick und Hans-Joachim Grätsch (v.l.) erleuchten die Menora.
Edeltraud Rüß, Almuth Grätsch, Henry Gawlick und Hans-Joachim Grätsch (v.l.) erleuchten die Menora.

Lebenshilfewerk und Museum Hagenow organisieren Veranstaltungsreihe zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus

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15. Januar 2016, 09:27 Uhr

Seit 25 Jahren unterstützt und berät das Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow Menschen mit Behinderung aller Altersgruppen. Um dieses besondere Jubiläum nun auf spezielle Weise zu feiern, veranstaltet das Lebenshilfewerk zusammen mit dem Museum Hagenow eine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen, Diskussionen und einer Ausstellung.

Im Fokus stehen dabei die gesellschaftliche Wahrnehmung und Verantwortung gegenüber Kindern und Menschen mit Behinderung im Laufe der Geschichte. Letzteres setzt sich anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus dabei vor allem mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung in dieser Zeit auseinander.

Gemeinsam mit Schülern, Konfirmanden und weiteren Interessierten beschäftigten sich Mitarbeiter und Helfer des Lebenshilfewerks in Workshops intensiv mit dem Thema. Dabei wurden unter anderem die Gedenkstätten in Lüneburg und Wöbbelin besucht und erforscht. Die Ergebnisse dieser umfangreichen Recherche wurden dann unter dem Titel „Spurensuche - Schicksale von Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus und Heute?“ zusammengefasst und bilden am 27. Januar in der Alten Synagoge nun die Auftaktveranstaltung der Jubiläumsfestivitäten des Lebenshilfewerks.

Neben einer Podiumsdiskussion und einem Vortrag von Dr. Carola Rudnick, wissenschaftliche und pädagogische Leiterin der Euthanasie-Gedenkstätte in Lüneburg, wird eine Menora erleuchtet. Die Menora ist in der jüdischen Tradition ein siebenarmiger Kerzenleuchter. Während der Veranstaltung repräsentiert jede erleuchtete Kerze das Schicksal eines Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus.

Wie das Lebenshilfewerk mitteilte, solle an diesem Tag der thematische Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft gespannt werden. „Die Beschäftigung mit der Vergangenheit und dem Gedanken der Erbhygiene führt unmittelbar zum Heute und zu aktuellen Themen wie vorgeburtliche Frühuntersuchungen und Genetische Diagnostik und Forschung“, sagte Almuth Grätsch, Leiterin der Kulturwerkstatt und Projektarbeit des Lebenshilfewerkes, der SVZ. „Wir haben im Laufe und vielleicht auch als Lehre aus der NS-Zeit Quantensprünge gemacht in der Hinsicht, was behinderte Menschen und ihren Platz in der Gesellschaft anbelangt. Und das, finde ich, sollte an so einem Gedenktag auch zum Ausdruck gebracht werden. Und es ist wirklich schön, dass dieser Tag seinen Platz hier hat“, sagte Henry Gawlick, Leiter des Museums Hagenow. „Oftmals glaubt man ja, solche Dinge wie die geschichtliche Betrachtung zurückhalten zu müssen. Doch davor braucht man keine Scheu haben. Das fand ich berührend und auch sehr gewinnbringend.“ Der 28. Januar wird als Fachtagung zum Thema „Kinder mit Behinderung“ gestaltet und steht somit im Zeichen der pädagogischen Frühförderung. „Sonst stehen immer die Werkstätten des Lebenshilfewerkes im Fokus. Dieses Mal haben wir uns auf andere Themengebiete eingelassen, zum Beispiel auf Kinder mit Behinderung und es ist einfach interessant, was da so gedacht wird“, sagte Hans-Joachim Grätsch, Geschäftsführer des Lebenshilfewerks. Edeltraud Rüß, Einrichtungsleiterin der Pädagogischen Frühförderung des Lebenshilfewerkes, sowie einige Experten der Medical School Hamburg, der Verbraucherzentrale MV Rostock und des Krankenhauses Hagenow geben in ihren Vorträgen und Diskussionen an diesem Tag Einblicke in die frühkindliche Entwicklung.

Anmeldungen können noch bis zum 22. Januar unter 03883/ 610316 oder unter mstephan@LHW-zukunft.de vorgenommen werden. Paralell zu den Veranstaltungen zeigt das Museum Hagenow vom 27. Januar bis 7 Februar eine Ausstellung zum Thema Spurensuche, in der die Ergebnisse der Workshops des Lebenshilfewerks noch einmal präsentiert werden.

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