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Veränderungen bei der Sparkasse : Spitzenjob? Erst nach einer Prüfung

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kreditinstitut hat zum Juli seine Geschäftsstellen komplett neu sortiert und dabei auch seine Filialleiter auf den Prüfstand gestellt

Schwerin/Hagenow Bei der Sparkasse hat es in den vergangenen Wochen eine interne und vom Vorstand verordnete Revolution beim Personal gegeben. Um sich in harten Zeiten besser aufzustellen, wurde das komplette System der Zweigstellen und Filialen neu bewertet und zugeordnet. Da im Ergebnis vier Zweigstellenleiter nicht mehr gebraucht wurden, vergab die Hausspitze die neuen Leitungsjobs gleich komplett neu. Alle wollten und konnten sich einer umfassenden Prüfung stellen. Seit wenigen Tagen haben damit sehr viele Filialen plötzlich neue Leiter. Das fiel auch vielen Kunden auf und sorgte für einige Nachfragen. „Wir haben dieses Verfahren nicht angewendet, um jemanden zu ärgern, sondern weil wir gegenüber unseren Führungskräften fair sein wollten. Jeder sollte die gleiche Chance haben“, erklärte Kai Lorenzen, der Vorsitzende des Vorstandes im SVZ-Gespräch. Konkret wurden die Bewerber in Zusammenarbeit mit dem ostdeutschen Sparkassenverband in einem Assessment-Center bewertet. Dort wurde u. a. reale Kundengespräche und Beratungen nachgestellt. Anschließend gab es Punktbewertungen. Der Personalrat war umfassend eingeweiht.

Hintergrund der Aktion, die auch bei den Beschäftigten des Kreditinstitutes für viel Aufsehen sorgt, ist die Suche nach zukunftsfähigen Strukturen. „Wir haben uns gefragt, wie eine tragfähige Struktur für die ganze Fläche aussehen kann“, erklärte Ulrich Kempf, Mitglied des Vorstandes. In den Prüfungen wäre keiner durchgefallen, nur einige seien eben besser als andere gewesen.

Heraus kam eine Struktur mit fünf Geschäftsstellen. Das sind: Schwerin-Marienplatz, Schwerin Neu Zippendorf, Hagenow, Ludwigslust, und Boizenburg. Allein hier gab es eine Menge Neubesetzungen. Robert Paepelow, bisher Chef in Zarrentin, führt nun Neu Zippendorf. Christian Nerius, bisher Hageno , ist jetzt Chef in Ludwigslust. In Hagenow leitet nun Birgit Meletzki die Geschäftsstelle. Es blieben aber auch Leiter in ihren Positionen, wie Martina Loock für die Geschäftsstelle am Marienplatz oder Andrea Krüger für Boizenburg.

Neben den fünf großen Filialen gibt es nun acht weitere, die einen Leiter haben. Auch hier gab es einige Umbesetzungen. Dazu kommen kleinere Filialen ohne Leiter und die SB-Filialen mit den entsprechenden Automaten. Damit kommt die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin auf 30 Standorte. Von denen werde auch keiner aufgegeben. Allerdings schaue man sich auch künftig die Bereiche genau an, in denen es Ballungen gäbe. Anders formuliert: Aus einigen Mini-Filialen könnten auch einmal Standorte werden, an denen dann nur noch Automaten stehen.

Ursache für das alles sind die veränderten Marktbedingungen, die auch die Sparkasse deutlich spürt. Die Zinserträge sind so deutlich gesunken, dass auch die Sparkasse ihre Kosten für das „Geldparken“ künftig bei Firmenkonten weitergeben will. Die Zahl der Kunden ist zwar stabil, doch der Beratungsbedarf ist an vielen Stellen nicht mehr gegeben. Zudem gehen zumindest die beiden Schweriner Vorstände davon aus, dass es in Westmecklenburg in naher Zukunft weitere Fusionen bei den Sparkassen geben wird. Logische Kandidaten wären die Sparkasse Parchim-Lübz und die Sparkasse Mecklenburg-Nordwest. Im Zuge der Umorganisierung wird es bei der Sparkasse, die ohne die Auszubildenden derzeit 410 Mitarbeiter hat, zu keinen Entlassungen kommen. Langfristig will das Institut aber durchaus weiter sozialverträglich Personal abbauen.

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