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19 neue Arbeitsplätze : Spedition fährt ins digitale Zeitalter

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bernd und Petra Kruse machen ihre Firma in Schwerin fit für die Zukunft. Millionen-Investition in neue Logistik-Halle.

„Zum Warenkorb und bestellen?“ fragt der Computer. Viele Kunden nutzen heute bereits die unzähligen Online-Angebote der großen Versandhäuser, um sich alles Mögliche zu bestellen. Während die Büchersendungen, die CD und auch das Hundefutter die Post oder andere Dienste an die Haustür liefern, sieht es bei sperrigen Gütern oder Waren mit einem Gewicht von mehr als 30 Kilogramm schon anders aus. Oder haben sie schon mal einen Postboten eine Kühl- und Gefrierkombination schleppen sehen?

Die Geschäftsführung der Spedition Friedrich Kruse, Bernd und Petra Kruse, hat in den vergangenen Monaten das seit 143 Jahren bestehende Unternehmen auf die Erfordernisse des Internet-Handels umgebaut, um eben solche Transportaufträge neben der klassischen Möbelspedition ausführen zu können.

„Wir sind das letzte Glied in der Kette des Handels, damit die Waschmaschine oder die Gefriertruhe sicher beim Kunden zu Hause ankommt. Wir fahren die letzte Meile“, macht Bernd Kruse deutlich.

Allerdings werden die grünen Lkw der Firma, die überall in Mecklenburg zu sehen sind, allmählich aus dem öffentlichen Bild verschwinden. Die traditionsreiche und in der fünften Generation geführte Schweriner Möbelspedition ist jetzt als Partner der Hermes-Gruppe schon mächtig im Online-Geschäft der großen Anbieter eingebunden. Die Umstellung erfolgte im vergangenen Herbst. Und heute gehen schon im Schnitt bis zu 200 Sendungen am Tag an die Kunden raus, Tendenz steigend. Mit der Neuausrichtung der Geschäfte als Hermes-Partner bekommen die Lkw dann ein neues weißes Outfit mit dem Hermes Firmenlogo. Eine wichtige Voraussetzung, um den sich entwickelnden Warenumschlag bewältigen zu können, ist der Bau einer neuen Logistik-Halle, weil die bisherigen Raum-Kapazitäten aus allen Nähten platzen. Nach Angaben des Schweriner Wirtschaftsministeriums wird die Friedrich Kruse Logistik GmbH noch in diesem Halbjahr am Standort in Schwerin den Neubau der Halle fertigstellen.

Im Februar 2016 hatte sich die geschäftliche Partnerschaft zwischen den Firmen Kruse und Hermes angebahnt. „Auf Grund eines langfristigen Vertrages mit Hermes haben wir unsere komplette Firmenstruktur umgestellt, und wir mussten uns auch von Kunden verabschieden“, macht Firmenchef Bernd Kruse deutlich. Für das Hermes-Geschäft wurde zudem firmenintern die Logistik GmbH gegründet. Insgesamt beschäftigt Friedrich Kruse in allen Geschäftsfeldern, Möbelspedition und Hermes Logistik, knapp 70 Mitarbeiter, inklusive der sieben Auszubildenden.

„Das Traditionsunternehmen hat sich vorausschauend für die Zukunft aufgestellt. Jetzt soll in die Logistik investiert werden, um für Großkunden logistische Aufträge zu übernehmen. Mit dem Vorhaben werden 19 Arbeitsplätze neu geschaffen“, ist von Wirtschaftsminister Harry Glawe zu erfahren.

Der Neubau der rund 2400 Quadratmeter großen Logistikhalle ist auf gutem Wege. Derzeit sind die Bauleute dabei, den Aufbau der Stahlkonstruktion abzuschließen, es folgen Dach und Wände. Die Gesamtinvestition für die Halle beträgt nach Informationen von Bernd Kruse 1,4 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ in Höhe von rund 286 000 Euro.

Und wie läuft der Online-Handel nun bei Kruse in Süd? Im Nachtsprung kommt die Waren für die Frühschicht zwischen 1.30 Uhr und 2.30 Uhr in Schwerin an, um dann gleich für die Zustellung in Mecklenburg und in Teilen von Schleswig Holstein vorbereitet zu werden. Der Kunde wird telefonisch oder per Mail informiert. Und wenn keiner zu Hause ist wird noch einmal gefahren. Nach Angaben der Logistik-Initiative M-V gibt es im Land rund 5200 Logistikunternehmen mit insgesamt 31 000 Beschäftigten.

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erstellt am 19.Jun.2017 | 12:00 Uhr

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